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Full text of "Zur reform der textkritik des Cornelius Nepos [microform]"

MA S TER 
NEGA TIVE 

NO. 93-81310-18 



MICROFILMED 1993 
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES/NEW YORK 



as part of the 
"Foundations of Western Civilization Preservation Project" 



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would involve violation of the Copyright law. 



AU THOR: 



GEMSS, GUSTAV 



TITLE: 



ZUR REFORM DER TEXT 
KRITIK DES CORNELIUS 

PLACE: 

BERLIN 

DATE: 

1888 



COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES 
PRESERVATION DEPARTMENT 



Master Negative # 



BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARGET 



Original Material as Filmed - Existing Bibliographie Record 



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Gemss, Gustav, 

...Zur reform der textkritik des Cornelius Nepos] 
von Dr. Gustav Genss... Berlin, Pormetter, 1888.' 

30 p. 2Ti/ Gin. ! } 

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At hoad of title: Y/issonscliaft liehe beilage zum 
Programm des Königlichen Luisen- gynnasiums zu Ber- 
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BY fiPPLIED IMfiGE, INC. 




Wissenschaftliche Beilage zum Programm des Königlichen Luisen- 
Gymnasiums zu Berlin. Ostern 1888. 



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Zur Reform 



der 



Textkritik des Cornelius Nepos. 



Von 



Dr. Gustav Gemfs, 

Professor am Königl. Luisen- Gymnasium. 



BERLIN 1888. 
Druck von W. Pormetter. 



1888. Programm Nr. 64. 



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Kein Schriftsteller ist in der Gegenwart so sehr Gegenstand der Behandlung geworden, 
wie Cornelius Nepos, und namentlich seit dem Auftreten Cobets hat die Neposfrage einen ganz 
bedeutenden Umfang angenommen, wie auch die stattliche Anzahl der in dem letzten Jahrzehnt 
erschienenen Bearbeitungen beweist. Auf diese Bearbeitungen hier einzugehen müssen wir uns 
versagen, dazu wird sich in kurzer Zeit an anderer Stelle Gelegenheit bieten; vielmehr wollen 
wir der Frage hinsichtlich der Texteskonstituierung in diesem Schriftsteller von einer andern 
Seite aus nähertreten. Dafs der Text uns nicht in der besten Verfassung überliefert ist, unter- 
liegt keinem Zweifel. Fleckeisen z. B. stellt ihn Philologus IV S. 323 in dieser Beziehung in eine 
Linie mit den Büchern Cäsars de hello civili. Es kommt hinzu, dafs wir es hier mit einem 
Schriftsteller zu thun haben, der sich auch in sachlicher Beziehung') die gröfsten Nachlässig- 
keiten hat zu Schulden kommen lassen, wie schon seine oft recht ungenauen Übersetzungen aus den 
griechischen Quellenschriftstellern zeigen, der ferner, — ich erinnere an den häufigen Subjektswechsei, 
an die Wiederholungen desselben Wortes innerhalb weniger Zeilen, an die eigentümliche Inkon- 
sequenz in grammatischen Konstruktionen, — den sprachlichen Ausdruck noch nicht völlig in seiner 
Gewalt hat, so dafs wir häufig kaum entscheiden können, ob der Fehler auf Rechnung des 
Schriftstellers oder der Überlieferung zu setzen sei. 

Trotzdem können wir der Lösung der Frage der Texteskonstituierung im Nepos bedeutend 
näher kommen , wenn wir nicht weiter wandeln in den von Roth und INipperdey der Textkritik 
vorgeschriebenen Bahnen, sondern auch der anderweitigen Überlieferung gröfsere Bedeutung ein- 
räumen. Denn seit dem Erscheinen der Rothschen Ausgabe, die auch den Nipperdeyschen Unter- 
suchungen zu Grunde liegt, ist eine Handschrift aufgefunden, die bis jetzt noch nicht den ihr 
gebührenden Platz erhalten hat, uns aber neue Gesichtspunkte für die Behandlung des Textes, 
sogar für eine Reform in dieser Hinsicht eröffnet. Wir wollen nachweisen, dafs dem 
cod. Parcensis die erste Stelle unter den bis jetzt vorhandenen vollständigen 
Handschriften gebührt, dafs die Ultrajectina, die Leydener Ausgabe vom Jahre 
1542, dieselbe Überlieferungsschicht repräsentiert, dafs endlich die von uns so 
genannte M-Klasse höher zu stellen ist als bis jetzt geschieht. Aufserdem aber 
wollen wir den Spuren einer doppelten Textesrecension, die in unserer Über- 
lieferung hervortritt, nachgehen, um schliefslich auf Grund dieser Unter- 
suchungen die Heilung einiger Stellen vorzunehmen. 



1) Doch wollen wir ihm die historischea Irrtümer nicht zu hoch anrechnen. Denn einerseits müssen wir 
den Zweck seiner Vitae ins Auge fassen, der darin bestand, die Römer mit den Helden Griechenlands bekannt 
zu machen, wie es auf dem Gebiete der Philosophie durch Cicero geschah, wobei es ihm mehr auf das Ganze, 
als auf das Einzelne ankam, andererseits ist überhaupt im Altertum der historische Sinn noch nicht so ausge- 
bildet, wie wir es in der Gegenwart verlangen. Finden wir doch in dieser Hinsicht, von Cicero ganz zu 
schweigen, selbst bei Livius häufig genug Fehler und Irrtümer. 



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— 4 — 

Wir beschränken unsere Untersuchungen auf die ersten 23 Vitae, weil die Überlieferung 
für die Vita des Cato und Atticus eine andere ist, nicht etwa, weil wir uns der Meinung derer 
anschlössen, die das sogenannte Feldherrnbuch einem anderen Verfasser zuweisen. Unsern Stand- 
punkt in dieser Frage überhaupt wie im besondern gegenüber der Ungerschen Hypothese haben 
wir an anderer Stelle^) bereits dargelegt und nehmen im folgenden Cornelius Nepos, den Zeit- 
«^enossen und Freund des Cicero und Atticus, als den Verfasser auch des Feldherrnbuches an. 

I. Die Überlieferung des Textes. 

1. Handschriften nnd erste Ansgaben im allgemeinen. 

Es ist das Verdienst Roths, zuerst die ihm zugänglichen Handschriften und die wichtigsten 
Ausgaben kollationiert und zu gewissen Gruppen ihrer Bedeutung nach vereinigt zu haben; nach 
ihm hat Halm in seiner Ausgabe vom Jahre 1871 ebenfalls den handschriftlichen Apparat zu- 
sammengestellt. Nach dem Vorgange beider Gelehrten geben wir zunächst die Signaturen der 
einzelnen Handschriften und Ausgaben, und zwar so, dafs die mit grofsen Buchstaben bezeichneten 
HH. von Roth und Halm, die mit kleinen von Roth allein angeführt sind: 



Dan.: 
Leid. 
P 
A 

B 
R 
M 



codex Danielis oder Gifanii. c 

: codex Leidensis Boecleri. d 

: cod. Parcensis, Saec. XV. e 
: cod. Guelferbytanus, auch Gudianus, Saec. f 

XH oder XHI. g 

: cod. Sangallensis, Saec. XIV. h 

: cod. CoUegii Romani, Saec. XHI. i 

: cod. Monacensis 88, 1482 zu Ulm ge- k 

schrieben. 1 



cod. Leidensis H, Saec. XV. 
cod. Vossianus A, Saec. XV. 
cod. Vossianus C. 
cod. Marcianus A, Saec. XVL 
cod. Marcianus B, Saec. XVI. 
cod. Haenelianus, Saec. XV. 
cod. Vaticanus 3170, Saec. XV. 
cod. Kiliensis, Saec. XV. 
cod. Vossianus B. 



Die Ausgaben bezeichnet Roth durch ein vorgesetztes E; wir schliefsen uns seinem Vor- 
gange an, bemerken aber, dafs wir E dann weglassen, wenn die Ausgaben unmittelbar auf die 
mit grofsen Buchstaben bezeichneten Handschriften folgen, so dafs ein Zweifel ausgeschlossen ist. 
E. v: editio princeps, Venedig 1471. E. iunt.: ed. Juntina, Florenz 1525. 

E. brix.: die Brixener Ausgabe vom Jahre 1498. E. u: die sog. Ultrajectina, Leyden 1542. 
E. a: Slrafsburger Ausgabe vom Jahre 1512. E. s: ed. Savaroniana, Paris 1602. 

Halm hat nur die ersten sieben Handschriften, darunter den Leidensis nur gelegentlich, 
und die Ultrajectina benutzt, Roth sämtliche aufser P und M, der Brixiana und der Juntina; P 
wurde von Roth erst nach dem Erscheinen seiner Ausgabe aufgefunden, M ist zuerst von Halm, 
die Brixiana und Juntina von uns zuerst für den kritischen Apparat herangezogen. 

Bei keinem andern Schriftsteller ist es so schwer, über den Wert der Handschriften zu 
einem sicheren Resultate zu kommen, wie bei Cornelius Nepos, wenn man sich nicht gerade da- 
mit begnügen will, der handschriftlichen Überlieferung überhaupt jeden Wert abzusprechen, und 
auf eine Benutzung derselben verzichtet. Denn die vorhandenen Handschriften sind alle ziem- 
lich jungen Ursprungs, keine wenigstens der kollationierten geht über das 13. Jahrhundert hin- 

') In den Jahresberichten des Berliner Philologischen Vereins Jahrgang IX, S. 389 ff. im Jahrgang 1882 der 
Berliner Zeitschrift f. d. Gymnasiale« esen. Vergl. auch auTser der dort angeführten Litteratar über diese Frage 
die eingehende Darlegung vob Hans Rosenbauer im Pbilol. Anzeiger Bd. XIII. Jabrg. 1883 S. 733 — 759. 



aus. Der codex Danielis oder Gifanii ist seit der Mitte des 17. Jahrhunderts verschwunden, wenn 
auch nicht die Hoffnung ausgeschlossen ist, dafs er in einem österreichischen Kloster doch noch 
irgend einmal aufgefunden wird; die Lesarten dieser Handschrift, die aber auch nicht über das 
11. Jahrhundert hinausgeht, wurden als Abweichungen an den Rand einer alten Ausgabe notiert 
und sind dann in der Frankfurter Ausgabe vom Jahre 1608 mitgeteilt, leider nicht fehlerfrei und 
nur bis Agesilaus 5, 2 reichend. Dieser Kodex ist, wie Roth in seiner Ausgabe S. 232 ff. nachweist 
und Nipperdey und Halm ebenfalls annehmen, identisch mit dem von Gifanius zur Vergleichung mit 
der Ausgabe des Magius benutzten. Die Lesarten desselben, soweit sie von der Ausgabe des Magius 
abweichen, hatte Gifanius an verschiedenen Stellen, in seinen Kollektaneen zu Lukrez, in seinen 
Observationes de lingua latina und in einem Briefe an Burmann mitgeteilt und soweit sie die 
Vita des Atticus betrafen an Paulus Manutius, vollständig aber an Claudius Puteanus übermittelt, 
dieser an Andreas Schottus, sein Sohn Christophorus an Johannes Savaro, den Herausgeber der 
Pariser Ausgabe vom Jahre 1602; unsere Kenntnis derselben ist also nur eine sehr mittelbare. 
Ebensowenig ist der codex Leidensis erhalten, wir sind nur auf die Anführungen Boklers in 
seiner Strafsburger Ausgabe vom Jahre 1640 beschränkt. 

Die ihm bekannten Handschriften teilte Roth in drei Gruppen, so dafs Dan. oder Gif. und 
der Leidensis die erste, ABRcde die zweite und die übrigen die dritte Klasse bilden; der 
Ultrajectina wies er ihre Stelle in der ersten Klasse an, doch mit der Einschränkung, dafs sie 
nur dann Berücksichtigung verdiene, wenn ihre La. durch einen der andern Kodices der ersten 
Klasse gedeckt sei. Seiner Ausgabe legte er die Überlieferung der ersten Gruppe und A zu 
Grunde, um ein ganz genaues Bild der Rezension zu geben, aus welcher alle andern geflossen 
sind, keineswegs um den Text so zu gestalten, wie ihn der Schriftsteller selbst niedergeschrieben 
hat. Damals fehlte ihm jedoch noch die Kenntnis des cod. Parcensis, ebenso wie Nipperdey in 
seinem Spicilegium criticum, in dem er, gegen Fleckeisens Ansichten, die derselbe Philologus IV 
S. 308—351 vorgetragen hatte, polemisierend, weil dadurch die von Roth hergestellte Grundlage 
zerstört würde, sich im wesentlichen an Roth anschliefst und die handschriftliche Überlieferung 
der ersten Klasse und des Gudianus festhält. 

2. Der codex Parcensis und sein Verhältnis zur Ultrajectina. 
In ein neues Stadium ist die Neposkritik durch die Auffindung des cod. Parcensis durch 
Roth im Jahre 1851 getreten, den derselbe auch sofort kollationiert und die Ergebnisse im Rheinischen 
Museum Band VIII, Jahrgang 1853, S. 626—639 mitgeteilt hat. Die Handschrift selbst befindet 
sich in Löwen, die Kollation Roths im Besitz der Stadtbibliothek zu Basel; auf dieser Kollation 
beruhen auch die Angaben bei Halm. Ihre Wichtigkeit besteht darin, dais wir in ihr nicht blofs 
den Vertreter einer älteren Überlieferungsschicht, sondern ein Bindeglied zwischen den verschiedenen 
Klassen der Überlieferung vor uns haben, wenn sie auch leider, wie Roth durch Beispiele belegt, 
sehr liederlich geschrieben ist; denn es finden sich wiederholt Schreibfehler^), doppelte Schrei- 
bungen, Auslassungen von Wörtern und ganzen Sätzen^). 

1) Z. ß. Eum. 9 3 nunierat st. minuanl, Pel. 3 3 violenti st. vinolenti , Iph. 1 3 munitis st. minutis, 
Epam. 5 5 libros st. liberos, Ages. 4 8 notuissent st. nocuissent, Timol. 1 3 accupasset; vergl. damit Paus. 3 1 
collida in P, wodurch die sich darauf stützende Konjeklur stolida hinfallig wird. 

2) Z. B. Dat. 10 2 amicitiam, Ages. 7 3 munera, Phoc. 2 2 offenderat, Milt. 5 5 adeoque perterruerint, Cim. 
2 5 sessores veteres urbe insulaque eiecit, Dat. 3 2 ut si feram bestiani captam duceret, Ages. 5 1 ideoque Co- 
rinthium, Kann. 6 1 apud Rhodanum iterum, Hann. 10 1 et exercuit adversus Romanos, und gar Ale. 2 2 amatus 
est — symposio. 



— 6 — 

Um die Stellung dieser Handschrift in der Überlieferung zu kennzeichnen, lassen wir eine 
Zusammenstellung derjenigen Stellen in der Praefatio und der ersten Vita folgen, an denen die 
Überlieferung schwankt, mit Angabe der Handschriften, auf deren Seite P steht. Praef. 4 id 
{qtwd) quidem . . . hahetur, laudi allein ; 4 hahuisse Dan. u; 4 cemm A in Korrektur; 7 nisi {in) pro- 
pinquorum allein; 8 persequi cum magnüudo MRva; Milt. 2 1 harharum Dan. A; 2 2 nee allein; 
3 4 interiisel^u; 3 4 (eos) allein; 3 6 amkidor ABf, wenn diese auch -tior haben; 4 1 praefkit 
Dan., 5 'Ivaleret Dan. c; 5 2 (adeoque perterruerint) allein; 5 5 adhuc est Im (genauer liiis) no- 
bilius A fil; 6 2 sicut olim allein; 6 3 poecile Mu; 8 4 civitatis A. — illum inn. u. 

Soweit Roth a. a. 0. S. 634. Wir vervollständigen das Verzeichnis nach Halm in der Vita 

des Miltiades: 

1 1 Miliciades allein; 1 1 (eum) futurum Dan. Leid. R u; 1 1 Chersonessum ABR; 1 2 namque 
Dan. A f E u ; — Treces Dan. A; 1 3 Phycia allein; 1 4 oraculo allein; — postulassent allein; — Lem- 
Hium allein; 1 5 «6 septentrionihus (st. a) Dan.; 3 \ pontem . . . qua alle aufser degl Ea (quo); 
3 4 (si) aMn\ — transportarat Dan. A f E u; 4 1 Arthaphernem AM (?) R; — pedittm, decem milia 
equitum Dan. ABcfghkl; 4 2 Arethriam allein; 4 3 Phydippumque Dan. A; — hemerodrome Xh\ 
b '2 ergo Dan. AR u; 5 3 no«a (nova hau.) partis summa Dan. u; — altitudine tegerentur Dan.; 
6 1 posset allein; 6 2 populi Romani Dan. Leid. A; 6 3 quia Athenas AB und die übrigen aufser 
RM u va; 7 4 factum est ut et Par. Leid. Au;— Parum (st. Parii) c f ; 7 5 infeclus allein; — 
rebus discessisset Dan. Leid, il Eu; — Sagoras Dan. ABR; 7 5 classes Dan. ABcfk; 8 1 damp- 
nationis A ; 8 2 civium suornm Dan. ABR f g h i k ; — magnisque AB etc. aufser RiM u v a s brix. (ma- 
gistraiibusque); 8 3 Chersonesso ABRiMcdefEuvas brix.; — et dicuntur et habentur tyranni 
ABRfghikEus; 84 communitas Dan. AB e. 

Schon aus dieser Zusammenstellung wird sich, abgesehen von dem schon bemerkten 
Übelslande, dafs die H. mit geringer Sorgfalt angefertigt ist, zunächst ihre Verwandtschaft mit dem 
cod. Dan. und A ergeben, aber auch mit dem Leidensis. Geringer scheint ihre Verwandtschaft mit 
B und R, sowie mit der Ultrajectina, zu M und den Ausgaben tritt sie sogar in einen gewissen 
Gegensatz. Wir könnten sie daher neben den Dan., Leidensis und A stellen, mit weicher 
Handschrift sie sogar die eigentümlichen Schreibweisen und Fehler, wie Milt. 8 1 dampnationis, 
Paus. 3 1 dementia Ages. 7 3 clynastis, Eum. 6 1 aliqua cuperelur cupididate raperetur, 7 2 si 
spe, 9 3 terra (f. tertia) gemeinsam hat, wenn uns nicht ein anderer Umstand berechtigte, sie 
einer älteren Schicht als A zuzuweisen. 

Unsere gesamte Überlieferung stammt aus einer Minuskelhandschrift, wie Lesarten wie 
Paus. 3 1 clemeuli AP statt dementi, Pel. 3 2 perfectione A statt profectione, Ages. 7 3 clynastis 
statt dyn., Phoc. 2 4 clercylo A statt dercylo, Dat. 7 1 Sysinas vel Sysmas A, Hann. 5 3 ini- 
micum vel mimicum X statt Minucium beweisen, denen ich aus P noch anreihen kann Ale. 9 1 
occidi für occuli, Iph. 1 3 mmitis für mnutis, Beispiele, die sich noch vermehren lassen. Diese 
Handschrift wies schon die Lücke im Lysander am Schlufs des zweiten Kapitels auf, die dem- 
gemäfs auch die gesamte Überlieferung, Handschriften wie Ausgaben, teilen. Die Vorlage aber 
für P war noch vollständiger als die für A. Denn abgesehen von unbedeutenden Vervollstän- 
digungen, wie z. B. Ages. 3 4 praesidiis mit Dan. Leid, und u ganz allein, Phocion 2 2 primo 
quod cum Demade, wo quod aufser im Leid, und u. nur in P, Ages. 7 4, wo nur in P und u 
erat vor imtructa erhalten ist: Them. 1 3 hat P mit dem cod. Dan. und der Ultr. die sonst 



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überall fehlenden Worte: facile eadem oratione explicabat, und, was noch wichtiger ist, Ages. 8 1 
mit dem Leid, und ebenfalls mit der Ultr. — die Kollation des Dan. hat hier leiuer schon ihr 
Ende erreicht, — die gleichfalls infolge von Abirren des Auges des Schreibers weggelassenen 
Worte: in corpore eius {eius fehlt in u) fmgendo {fugiendo Leid.), nam et statura fuit humili. 
Wir werden daher nicht fehl gehen, wenn wir behaupten, dafs der cod. Parcensis, wenn 
er auch später geschrieben ist, doch eine ältere Textesgestaltung darstellt 
als A, und zwar die, welche i^od. Dan. und cod. Leid, repräsentieren, mithin den 
Vorzug sogar vor A verdient. 

Auf diese ältere Textesgestaltung geht auch die Ultrajectina zurück, un- 
abhängig von P, keine Abschrift dieses Kodex. Dafs sie keine Abschrift aus demselben 
ist, hat schon Roth S. 632 an zwei Beispielen nachgewiesen. Denn in P fehlt Timol. 1 4 in dem 
Satze parere legibus quam imperare patriae satius duxit das Wort patriae, Hann. 10 1 der Satz 
exercuit adversus Romanos überhaupt. 

Der Parcensis hat aber dem Herausgeber der Ultrajectina auch nicht ein- 
malvorgelegen; dies beweisen die Stellen, an denen ersterer allein gute Lesarten hat, letztere die- 
selben weder im Texte, noch am Rande als varia lectio aufweist, mögen dieselben nun Emendations- 
versuche des Schreibers der Handschrift sein, oder aus der Vorlage stammen, wie Ale. 1 1 3 quam ingenii 
acumine vigebant für das sonst einstimmig überlieferte acumini inserviunt, Hann. 4 3 qua vale- 
tudine cumnimiumpremeretur, wo die übrigen Handschriften etiam nunc, etiam tum, etiam num 
und ähnliches bieten. Es ist dies bei der besonderen Eigentümlichkeit der Ultrajectina, über die 
wir weiter unten noch sprechen werden, besonders auffällig, so dafs wir zu dem Schlüsse be- 
rechtigt sind : hätte der Herausgeber der Ultrajectina den Parcensis vor sich gehabt, so hätte er 
die genannten Lesarten ihrer Eigentümlichkeit wegen wenigstens am Rande bemerkt. 

Dafs trotzdem aber eine enge Verwandtschaft zwischen der Ultrajectina 
undPstatt findet, beweisen namentlich die Stellen, an denen diese beiden allein dieselbe La. 
bieten: Milt. 5 3 nona partis summa, 8 4 illum innoxium] Them. 7 4 deos ohne que-, Paus. 3 l 
cogitata; Cim. 2 2 Mycalen; Lys. 3 1 illam potestatem; Con. 5 4 Dinon historicus; Dion 2 3 ipse (fehlt 
sonst überall); Chabr. 4 2 gubernatoremque {que nur in P u. u); Epam. 9 2 cosm; 10 3 pug- 
nari coeptum est; Ages. 3 4 eum (sonst esse); Ages. 6 3 adulescentes (sonst adulescentulos); Ages. 
7 4 erat (sonst ausgelassen) instructa; Eum. 8 3 discesserant (zugleich Bestätigung einer Konjektur 
Lambins); Hann. 5 1 Capuam reverteretur (Wortstellung); Hann. 5 2 Fabioque (sonst blofs Fabio); 
5 4 omnia (fehlt sonst); 11 2 naves suas oppletas; 12 5 consuerat; aufserdem noch einige Über- 
einstimmungen in der Schreibweise. Ein Teil derselben sind offenkundige bessere Lesarten in der 
Überlieferung und bewahren zugleich die Ultrajectina vor dem Vorwurfe, dafs sehr viele ihrer 
guten Lesarten nicht auf der guten Überlieferung, sondern auf Emendationsversuchen des 
Herausgebers beruhen *). 



1) Darauf wies schon Fleckeisen a. a. 0. hin und stellte den Grundsatz Roths, dieser Ausgabe nur dann 
eine Bedeutung beizulegen, wenn sie durch eine gute Handschrift bestätigt würde, als zu eng hin. Von da ab 
wenigstens, wo die Kollation des Dan. aufhöre, d. i. Ages. 5 2, verdienten die Lesarten der Ultr. eine gröisere 
Berücksichtigung. Er fährt dann fort: „Man nehme z. B. gleich Ages. 7 1. Da lesen sämtliche II H. aul'ser dem 
Gudianus: cum interim ^gesilaus noti desiitit, der Gud. läl'st non aus, die Ultr. hat; cum inieritn numquam Jges. 
destüü; vergleicht mau mit dieser Ausdrucksweise Hann. 1 1 3 qui quidem — numquam deslilcrit anivio bellare 
cum Romanis, so wird man doch zq der Annahme gedrängt, dal's jene La. der Ultr. aus dem Kodex eutnommeu 



— 8 — 

3. Die TJItrajectina und ihre Stellnng in der übrigen Überlieferung. 

Bei der Wichtigkeit, welche der ültrajectina nach dem oben Gesagten gebührt, und bei 
der geringen Anzahl der noch vorhandenen Exemplare, von denen eins in Wolfenbüttel, das 
zweite in Göttingen sich befindet, müssen wir auch auf das Äufsere dieser Ausgabe etwas mehr 
eingehen. 

Die editio uitraiectina, im Jahre 1542 zu Leyden gedruckt, bezeugt schon im Äufsern 
den gelehrten Verfasser^). In den Bemerkungen am Rande, die am Ende des Buches in einem 
alphabetischen Syllabus zusammengestellt werden, wird zum teil der Inhalt kurz angegeben, wie z. B. 
Mill. 8 3 tyranni qni sint, teils werden die Eigennamen des Textes herausgehoben, teils aber ent- 
halten dieselben erklärende und kritische Notizen. An 2 Stellen werden Adagia hervorgehoben, 
die dann im Syllabus als solche auch aufgeführt werden, zu Thras. 2 3 timidi maier non flet, 
Harn. 1 4 manum dare, während ein drittes zwar im Syllabus, aber nicht am Rande bemerkt wird, 
in crastinum res serias Pelop. 3 2. Am Rande werden ferner bemerkt Thras. 1 3 facere lucri, 
Dat. 10 1 fidem dextra dare (im Syll. unter F angeführt), Epam. 3 4 amicorum omnia communia, 
Hann. 9 3 cretizare cum Cretensibus, sowie die grammatischen Notizen Ages. 4 6 adversiis Adver- 
hmm und Eum. 11 3 deiiti proahuti. Sachliche Noten finden sich zu Milt. 2 5 Cares: Herod. in 
Eralo Pelasgos vocat Lemni incolas, Ale. 3 2 Mercurius Androclides. Andocides apud Plutarchnm 
leg., Dion 5 1 Diod. vocat Chariclidem Plat. Heraclidem in epistol. Plut. ^HgaxXsidfjv, Dion 1 1 
Diod. Sic. vocat Narsaeum, Dion 8 1 Callicrates Atheniensis. A Plutarcho Bio. Pkt. Ath. Sui. 
Callippus dicitur, Dion 9 6 Apud Eutarchum est Avxcov, Timol. 2 3 cum Hecata] Diod. et Pletho 
Uiceten apellant, 5 2 Lamistius] Apud Plutarch. Aatfvatioq legitur. Wir führen diese Noten an, 
weil aus ihnen hervorgeht, dafs der Verfasser trotz seiner Gelehrsamkeit doch nicht gewagt hat, 
im Texte Änderungen zu treffen, und wir daraus weiter schliefsen können, dafs richtige Lesarten 
namentlich der Eigennamen schon in seiner Vorlage vorhanden waren. 

Denn dies gehört auch zu den Eigentümlichkeiten der Ultr., dafs sie oft ganz allein, bis- 
weilen mit den sogenannten geringeren Handschriften und den Ausgaben, obgleich diese fast in der 
iMehrzahl der Fälle recht schlechte Lesarten wenigstens in dieser Beziehung bieten, die richtige 
Schreibung der Eigennamen aufweist, wie Them. 3 2 Artemisium, 8 5 Pijdnam, 10 3 mit s (vom 



sei. HaoD. 113 haben die HH. aufser dem Gad. nisi quod ad eum iiTidendum periineret, der Gud. quod — per- 
tinerent, die Litr. das anzweifelhaft richtige quae — pertinerent}' So schrieb Fleckeisen im Jahre 1849. Im Jahre 
1851 fand Roth den Parcensis, und was ¥\. nur gemutmafst hatte, das wurde nun glänzend als wahr bestätigt: 
sowohl Ages. 7 1 wie Ilann. 113 hat P die La. der Ultr.: numquam destUit und quae . . . pertinerent. 

1) Roth im Rhein. Museum VIII S. 632 Anm. 7 stellt es als nicht unwahrscheinlich hin, dafs der Heraus- 
geber der Ultr. Joannes Caucus (auch Cauchus, Cauchius, holl. van Kuyck) aus Utrecht, gestorben 1566, gewesen 
sei. Liefse sich dies mit Sicherheit nachweisen, so wäre die Ausgabe nach einem cod. ßatavicus bearbeitet 
worden, aus dem der genannte Gelehrte Varianten am Rande einer in einem Brüsseler Miscellaneenkodex des 
16. Jahrhunderts enthaltenen vita Catonis falso Aemilio Probo adscripta angemerkt hat, der später seinem Sohne 
Antonius Caucus gehört hat. Roth meint, diese Vita Catonis sei aus der Stralsburger Ausgabe vom Jahre 
1512, die wir mit a bezeichnen, abgeschrieben worden. Eine Wahrscheinlichkeit dafür liegt darin, dafs in dieser 
Ausgabe allein von allen von uns eingesehenen ersten Ausgaben — und das ist mit allen geschehen aulser der 
Edit. savaroniana vom J. 1602 — die vita Catonis dem Feldherrnbuche angeschlossen ist, so dals am Ende der- 
selben die Schlufsworte stehen: Finis Aemilii Probi de vitis excellentium imperatorum, und die unmittelbar dar- 
auf folgende Vita des Atticus die Überschrift führt: Vita T. Pomponii Attici ex Cornelio Nepote. Zur Gewifs- 
heit kann die Vermutung erst durch eine Vergleichung beider erhoben werden. 



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. 



— 9 — 

Jahre 1602) Mynnlem, nicht Myuntam, wie Halm angiebt, die andern Myntham oder Smyrnam, 
Paus. 2 2 helolae, Ciin. 1 2 ebenfalls mit s Elpinicen, 2 5 Scyrum, sonst allgemein Cyprum, Ale. 3 l 
mit s lamaclms, namentl. 4 5 Eumolpidas, wo s Eumolpidas et Cerycas, alle andern Olympiadas mit 
mehr oder weniger Abweichungen haben, Con. 3 2 ruhraustem; diese Form wird auch Dat 3 5 
festgehalten, wie konsequenter Weise Chabr. 2 1 und Ages. 8 6 Nectanabis, während Dat. 5 1 
falsch Acrem^bb richtig Acen steht. Wir könnten diese Zahl noch bedeutend vermehren; es mag 
aber genügen, darauf hingewiesen zu haben, zumal wir an anderer Stelle darauf zurückkommen. 

Als Konjekturen werden am Bande bemerkt: Lys. 2 2 perinde ac si\ fort, ac st non, Ale. 
4 2 in praeseuti] fort, in praesens, Dion 2 4 gravi] fort, graviter vel gravius, 2 5 ad Dionysium 
fdium sermonem] Arhitror leg. seniorem, 9 3 Zacynthinos] mit g h. fort. Zacynthios ut Corinthios- 
r.molli. 4 3 patriae sanctiora] fort, patriaeque; Dat. 2 5 nihilo segnius] forte secius ut est in vita 
Eumenis (5 1); Dat. 8 1 statuit] fort, malmt-, Dat. 8 2 Captianorum] forte Caspianorum- Eum. 
9 6 flectit iter suum] superesse videtur suum ; Phoc. 2 5 Sine quo Athenae] Opinor legendum sine 
quo portu\ Timol. 3 b potuerunt] Forte vix potuerunt. 

Lücken werden bemerkt: Cimon 3 3 hinter existimans, am Bande: Voces aliquot desi- 
derari videntur-, Thras. 4 1 hinter honoris, am Rande: Deest, ni fallor, causa vel gratia vel ergo 
vel simüe quiddam-, Iph. 1 4 hinter loricarum, am Rande: Deest mutavit vel simile quiddam; 
Dat. 3 3 hinter nunciaret, am Rande: Deesse videtur is vel ille. Epam. 4 5 fehlt wie in M va s brix! 
das letzte Wort effecif, die Ultr. bemerkt dazu: post dictionem Atheniensem (nämlich perChabriam 
Ätheniensem) opinor interiiciendum curavit aut simile verbum. Eum. 1 1 hinter honoratior: Deest 
habetur aut simile quiddam, 7 1 hinter comparavit: Xsinei. 

Wir teilen nunmehr die am Rande stehenden variae lectiones mit und zwar so dafs 
wir an erster Stelle die La. des Textes mit Angabe der gleichlautenden Überlieferung, an zweiter die 
Randnote in derselben Weise nach der Reihenfolge anführen: Them. 7 1 dmeret Dan. AP etc. - 
al. duceretur RMd {Es. Paus. 4 5 repentini consilü Dan. AMPR d e f g hiklE vas - al. repen- 
tino consilio im Texte Leid, (c bei Roth), als Verbesserung Dan. A; hinsichtlich der La. in R herrsch! 
Schwanken, da Roth R neben c, also den Dativ, Halm in der Reihe der den Gen. birienden 
Handschriften aufzählt. Ale. 2 1 ditissimum Dan. ARP d i - al. diserlissimim MR c f etc. E v a s 
Ale. 7 4^) Patara M v a - al. Pactyae Dan. A, ähnlich RPfi. Ale. 10 4 samineam MR d g h E v a s 

- al. sammeam Dan. AP, mit dem Zusatz utrnmque prave. Ale. 11 1 conscierunt fast alle-al. consue- 
rMHfDan. A. Thras. 2 3 praeceptum allgemeine La. - al praeceptorum nur a. Dion 6 3 dissensione Mva 

- al. dissemio est Leid. A R c d g h i k 1 E s. Dion 9 2 PhUostrato Dan. A R c d f h i k, ähnlich der Name 
in 1 u. g - al. Philocrato M v a. Chabr. 3 3 eminere Dan. A P f g h i k 1 nebst cod. Monac.433 und cod. 
angehcus - al. emergere DM R c d E v a s. Timoth. 3 4 in sua navi R f g h i k 1 E a - al. manu Dan. A M 
R c d E V s. Dat. 7 1 Scismas RMR c g h E v a s und monac. 433 - al. Sysinas Dan. P, aber A Sysinas 
vel Sysmas. Pel. 1 1 lucide mit der andern Klasse - al. dilucide Dan.; A hat im Texte lucide^ über 
der Zeile dilucide. Pel. 1 2 perpaucorum g h M v a - al. paucorum wie die übrigen. Ages. 4 I iussu 
Dan. RMPR etc. - niissu Ai, aber A Viu, Dan. über der Zeile missw, das Schwanken wie 
Dat. 7 1 infolge der Minuskelhandschrift. Ages. 8 2 hominis non beatissimi c d MR vas - al ho- 
mines non beatissims ARP etc. Eum. 2 2 commendasse chilM v a - al. commisisse nur g und k 



1) Die Bemerkung bei Halm ist falsch und demnach zu korrigieren. 
Luiseugymii. 1888. 



2 



— 10 — 

commisisse vel commendasse Leid. ABPRdfEs; 55 plane mit der gesamten ÜJjerlieferung 

al. plme P, A über der Zeile; 10 2 perdere AliP etc. — al. prodere c gliMva. Timol. 1 b fa- 
dnus c d e f RM v a s. — al. factum ABP g h 1. De reg. 3 1 multi reges cM v a — al. magni, mit 
der gesamten Überlieferung. 

Es handelt sich also um 21 Stellen. Von diesen gehen 7 Stellen auf die Überlieferung 
der AP-Klasse zurück, 11 auf die iMR-Klasse, an einer Stelle, Eum. 2 2, haben Leid. AP etc. doppelte 
Lesart, und zwar so, dafs die mit vel angeführte Variante die La. in u ist; sie ist also eher der 
MR-klasse zuzuzählen. Ages. 4 1 stehen Dan. PiMR dem Texte in A gegenüber, die Variante in 
A ist La. in u, aber andererseits die Variante in Dan. die Lesart von A; daher kann diese Stelle 
zur Aufklärung nichts beitragen, zumal die verschiedene La. auf Minuskelschrift zurückgeht .(missu 
und iussu). Timoth. 3 4 steht der La. im Texte sowohl die A-, wie die M-Klasse entgegen, Thras. 
2 3 endlich stimmt u mit der gesamten Überlieferung überein, die Variante ist die Lesart der 
Strafsburger Ausgabe vom Jahre 1512. Diese Ausgabe ist aber nach Roth S. 245 ganz ähnlich 
dem Voss. R, bei Roth 1, einer Leydener Handschrift. Wenn wir also von dieser Stelle ebenfalls 
absehen, so kommen wir zu dem Resultat, dafs der Herausgeber eine Vorlage benutzt 
hat, die der M-Klasse näher steht als der A-Klasse, die jedenfalls nicht mit A oder einer 
indiiekt aus A stammenden H. verwandt ist. Zur Kollation hat er aber eine solche verwendet, 
aufserdem aber die Strafsburger Ausgabe und, wie die Bemerkung zu Reg. 1 2 zeigt, wo er den 
abweichenden Gen. Hystaspi belegt, auch die Brixener Ausgabe vom Jahre 1498. 

Dafs aber auch sonst die Ullrajectina der M-Klasse nahe steht, zeigt sich in der Überein- 
stimnmng bei Auslassungen. So fehlt wie in M v a s brix. Epam. 4 5 das letzte Wort effecü, Cimon 2 4 
fehlen, wie in einem cod. Oxon., aber nicht dem cod. vetustissimus der Oxforder Ausgabe vom Jahre 
1697, in M v s und der Brix. die Worte bene animatas confirmavit, 4 1 wie M v a brix. qm'sque, desgl. 
Dion 1 1 mmine. Wir haben nun oben S. 7 dargethan, dafs die Ullr. auf die älteste Überlieferung 
zurückgeht, aus dem eben Gesagten folgt aber, dafs sie mit der M-Klasse vielfach übereinstimmt, 
ja sogar eine dieser Klasse nahestehende Vorlage vom Herausgeber benutzt worden ist; denn, um auch 
noch auf diesen Punkt aufmerksam zu machen, hätte er einen Vertreter der A-Klasse benutzt 
oder zur Hand gehabt, so hätte er Epam. 4 5 am Schlufs das Wort effecit, das sonst überall er- 
halten ist und nur in M v a brix. fehlt ^), entweder gar nicht ausfallen lassen oder den Ausfall 
eines curavit aut simile verbum nicht besonders angemerkt. 

Diese Mittelstellung zwischen der P- resp. A-Klasse und der M-Klasse tritt noch auflälliger 
hervor, wenn wir die Stellen zusammenstellen, an denen in den ersten Vitae die Ultr. a. mit A 
Dan. P übereinstimmt, b. abweicht, aber mit M übereinstimmt. 

a. Übereinstimmung mit der Klasse Dan. AP. 

Praef. 4 Dan. P habuisse — sonst habere. Milt. 1 1 Gif, R eum — fehlt; 1 2 Gif. PA namque 
— BMR nam] 3 1 Leid. PAB qua — MR quo- 3 4 Dan. PA transportarat — transportaverat; 5 2 
Dan. AR ergo — M enim, in den übr. HH. ausgel.; 3 4 PM interiissel - interisset; 5 3 P nona 
partis summa, Dan. nova partis summa, A nana partis summa — M nova arte vi summa; 7 3 Dan. 
^^'^*^' A ut (et) Parii. V et parum — RMR ut Parn; 6 3 PM poecile — AB paecile. Them. 1 2 

1) Auch in der Juntina. Wir erwähueu hier nur im \ orübergehea dieses Faktum, das zur Aufklärung 
über das Verhältnis derselben zur Ultr. und M. von besonderem Wert sein wird. Eine eingehende Untersuchung 
behalten wir uns vor, zur Zeit mufsten wir noch darauf verzichten. 



V 



, 



— 11 — 

Dan. AP u. s. w. liberius vivebat — MRdeEvas liberins iusto vw.\ 1 3 Dan. P fncile eadem 
oratione explicabat — sonst überall weggelassen; 2 3 APR tum — MR cum; 2 8 Dan. PA depor- 
tant — MR aspörtant, B portant; 5 1 AB tum his — M etc. cum hi's; 5 1 ABI» iterum — Dan. 
RMvas interim; 6 3 R am Rande PM alio — Dan. aio, AR animo; 6 5 Gif. ARPR lassen weg sive 
profanus — g h i k 1 M v a; 7 2 ARP summum erat imperium — sonst die Wortst. geändert; 7 2 Dan. 
AP fides haberetur — f. adhiberetur; 75Dan.AP in eo — blofs eo; 7 4 P deos — deosque ganz 
unsinnig; 8 3 Dan. ABPR Molossorum — Motossum; 8 3 Dan.AP era^ — fuerat; 9 2 Dan. P quamdiu 
— MR cum, XhMs quam; 9 4 Dan. ABP annuum — MR annum; 10 3 Dan. ABP his quidem 
verbis — MRvas his usus verbis. Paus. 2 2 Dan. ARP Eretriensem — M[{ Leid. Voss. C cre- 
tensem; 2 5 Dan. AP efficienda ~ MR etc. perficienda; Dan. ARPR perfecerit — M etc. effecit; 
3 1 P cogitala — sonst überall cognita, Dan. cognata; 4 3 P und auch sonst indicasset — Dan. 
A indicasset; 4 4 Dan.P in araque — in ara; 5 1 Dan. AP admoneri — BMRvas admo- 
nere; 5 2 AP celerius — (Gif.^) M facilius. Cim. 3 3 Dan. AP quam expulsus erat — quo ex. 
er.; 4 1 AP etiam — Be^, deMRvas lassen es weg. Lys. 3 1 Pu decemiiralem illam pote- 
statem — d. suam p. ABB, d. suam p. sui M va; 4 2 Dan. Leyd. AP grandem — gravem; 4 2 
Dan. AP fert — richtig MR und alle übrigen effert. Ale. 14 serviens — ghikl Mva inser- 
viens; 2 1 Dan. ABP ditissimum — MRvas und alle andern Handschr. disertissimum; 2, 1 Dan. 
P nattira vel fortuna — fortuna vel natura; 4 3 Dan. etc. noluit — PMR vas voluit; 4 4 Dan. 
df dein — deinde; 4 5 RP consuerat — consueverat; 5 4 Dan. Leid. AP populi scito^) — plebe- 
scito; 5 5 Dan. complures — sämtlich quam plures; 6 3 Leid. ABPf e navi — sämtlich navi; 7 l 
Dan. A non nimis (non minis P) - fgh Mva minus; 7 3 Dan. AP nmlo fuisse — cfghBMR 
malo causam ftiisse; 8 1 Dan. PA u. s. w. Philocles — RMva mit hi Philodes; 9 3 AP Gry- 

nium — Grinium; Dan. ABP B quinquagena ginta; Dan. etc. capiebat — habebat cMva; 9 5 

Dan. A conveniundi — conveniendi; 10 5 Dan. P arripit — arripuit. 

b. Abweichungen von Dan. AP. 
Milt. 6 2 Dan. AP populi Romani, BMR populi nostri; Them. 8 6 Dan. ARP und ghikl 
qui Sit, MR V quis sit, 9 1 mit Mva proximus erat qui, Dan. ABP proximus de his qui, Leid. 
proximus erat de his qui; Them. 10 3 fehlt in u wie in MR v a s autem hinter Lampsacum; 
Them. 10 4 u mit MR c g h 1 E v a multis modis, Dan.ABP multimodis. Arist. 1 3 Dan.ABPR 
animadvertisset, u mit M v animadverteret; l 4 Dan.ABPR Leid, tarn cupide, andere ita cupide, 
M u V a s nur cupide; 1 5 Dan. AP populi scito, u mit den übrigen plebiscito; 3 l Dan. elc. eiusque, 
u mit M V a eins; Dan. AP quadringena et sexagena, RMRu quadrinyenta et sexaginta. Paus. 1 2 
Dan.ADPR viginti equitum, desgl. c f g h k 1, aber M u mit den übrigen Handschr. und Ausgaben 
viginli milibus equitum; 2 4 Sparten mit M v a st. Spartam; thöricht oratione mit Mva statt ratione, 
mit BM conveniendi st. conveniundi Dan. APR, während es § 5 mit letzteren gegen MR rescj'en/w^ 
st. resciverunt bietet. Ferner 3 5 mit M motus f. commotus; 5 5 haben ABP inferre, aber B in 
Korrektur inferri, ebenso u mit M. v und den andern Handschr. Der Passiv ist von Roth in den 
Text gesetzt. — Cimon 2 1 Dan. AP exercitibus, u mit MR und den übrigen Handschr. exercitu. — 
Lys. 2 2 AP idem — u iidem mit RMR; 3 1 Dan.ARP se — fehlt auch in MR etc.; 3 2 Dan. 
ABMPR Delphi ganz falsch — u mit f g h i k 1 E a s Delphos. 



') Auch Epam. 7 4 und Phoc, 2 2 ; hingegen Arist. 1 5 hat u abweichend plebiscito. 



2* 



— 12 — 

Ale. 1 1 Dan. I* quid natura — natura quid; 2 l Dan. ABP trihueret — tribuerat; Dan. 
ABP Socrate — a Socrate; 3 l Dan. ABP Mitia et Lammachus — Nicias, Lamachus; 4 2 Dan. 
ABP Chi k IE s noceti — nocere Leid. dfMuva; 4 3 Dan. AP trierem (5 5 haben auch 
sie triremes) — BiMR triremem; 5 5 Dan. AP hora unsinnig für ora; 6 1 Dan.ABPcf proinde, 
MRu und die übrige Überl. perinde; 6 2 ABP ceperat — coeperat; 6 4 ABP proinde — perinde\ 
6 5 ABP eidemque, MRu iidemque; 7 1 APR Adimantkus — Adimanttis; 7 3 die Überlieferung 
opibus elatus, MRuva et. op.; 8 3 Dan.ABlMkl eum, cdfghMRuvas eos; ABPcfghikl 
conflicturum, d M R u v a s conßicturos ; 85Dan. APfghk vestrorum, cdeil MRuvas nostrorum\ 
10 1 Dan. etc. hoc, Mu haec; 11 2 ABfghik scripsimus — diximus (cdl?) Muvas. 

Was ergiebt sich nun aus dieser Zusammenstellung und aus den vorangegangenen Er- 
örterungen? Doch sicherhch dies, dafs die ültr. nicht ausschliefslich der A- oder P-Klasse beizu- 
zählen ist, ebensowenig aber auch der andern, durch M repräsentierten. Wie P stellt sie eine über 
A hinausgehende Lberlieferungsschicht dar, eine direkte Abstammung aus P ist nicht anzu- 
nehmen, vielmehr glauben wir gerade nachgewiesen zu haben, dafs diese Handschrift dem Heraus- 
geber unbekannt gewesen ist. Ferner beweist der cod. Parcencis, dafs gute Lesarten der Ultra- 
jectina nicht auf Emendalionsversuchen des Herausgebers, sondern auf jener älteren Textesrezen- 
sion beruhen, die der ursprünglichen Überlieferung noch näher steht. Bei ihrer unleugbaren 
Verwandtschaft mit der M-Klasse glauben wir daher zu dem Schlüsse berechtigt 
zu sein, dafs auch diese keine schlechte Überlieferung bietet und mithin mehr Be- 
rücksichtigung als bisher verdient. Dies wird an anderer Stelle noch deutlicher hervor- 
treten. Fürs erste wenden wir uns, nachdem wir das Verhältnis der ültrajectina zur übrigen Über- 
heferung dargestellt haben, der M-Klasse zu. 

4. Die Handschrift M nnd ihre Sippe. 

Die Handschrift M ist zuerst von Halm in der kritischen Ausgabe vom J. 1871 an die 
Öllentlichkeit gezogen und für die Textkritik des Nepos fruchtbar gemacht worden. Dieselbe be- 
findet sich in einem Sammelband der Königl. Bibliothek zu München, N. 88, der uns Dank der 
überaus grofsen Liberalität der Verwaltung derselben in zuvorkommender Weise zur Verfügung 
gestellt wurde. In diesem Bande, dessen erste Seite ein im Auftrage des Bischofs von Speyer 
angefertigtes Verzeichnis der im dortigen Dome beerdigten deutschen Kaiser anfüllt, folgt auf 
einen Tractatus de translatione imperii Romani ad Graecos, de Graecia in Franciam „finit. 1482 
die 6 maii ulme", auf Blatt 125— 192b Aemilii Probi de vita exe. imperatorum, „tinit. 1482 die 
martis XVH iulii ulme". Eine Vergleichung der Handschrift mit der Ultr. ergiebt zwar an 
vielen Stellen, wie auch aus obiger Zusammenstellung hervorgeht, Übereinstimmung i), an noch 
mehr Stellen aber eine solche Verschiedenheit, dafs eine etwaige Benutzung für die Leydener 
Ausgabe von vornherein ausgeschlossen erscheint. Hingegen zeigt sie, mit der editio princeps 
vom Jahre 1471 und der Brixiana vom Jahre 1498 eine solche Übereinstimmung, dafs es 
scheinen könnte, sie sei aus der ed. princ. und aus ihr wieder die Brix. abgeschrieben. Denn 

1) Auch für die ed. princ. ond die Strafsb. Ausgabe 1512, z. ß. Epam. 4 5 lassen Muva weg ejf'ecit, 5 1 
schreiben sie minus {quam iuo) uti, 7 1 fuisse {autem)\ Pel. 12 perpaucomm f. paucorum, 1 4 alterius{que), 2 4 
imperio ansinnig für imperii, 4 1 omnes eommunes f. ceterae fere communes; Ages. 1 1 namque tarnen f. neque 
tarnen^ Eum. 6 5 his verbis f. his rebus. 



r 



— 13 — 

abgesehen von den Sicllen, an denen diese drei Texte mit andern Handschriften gemeinsame 
Lesarten bieten, linden wir in ihnen und zum Teil in a folgende Eigentümlichkeiten: Ages. 1 2 
ideo habehatur f. ratio Ä.: 2 1 exercilum (ebenso s) f. exercitus, ebendas. dimicare f. dimicari\ 
2 5 servata f. cotiservata und bellum paravit f. b. apparavit, 8 1 virtutes (ebenso s) f. virtulem. 
Eumenes 1 1 1 consermre f. conservaret ; ferner Weglassungen 1 2 inter eos, 6 3 stirpein quoque, 
8 1 ut vor militum, 12 3 iam vor vereretur; Zusätze 5 1 non zwischen tarnen und minuebant, 
12 1 vel zwischen omnes und primo. Phocion 2 4 qui cum für quod cum, 2 5 ue armatus quidem 
für ne armatis quidem; Zusatz 1 l est hinter integritas. Fügen wir noch aus anderen Viten 
gemeinsame Fehler hinzu wie Milt. 4 4 hostibus an aeque contenderent für acieque decernerent 
(mit der Strafsburger Ausgabe 1512), Arist. 1 3 tantam poenam dignus, Cim. 4 3 convocatos für 
invocatos, Lys. 3 1 suam potestatem s^ii ab illo, Ale. 2 1 priuignus enim stius für eius, Thras. 2 2 
solicitudo für solitudo, Pel. 3 3 in pulvinum f. sub p., Dion 10 1 immerentes inermes ut sceleratos, 
wo immerentes Zusatz ist, und Weglassungen wie Epam. 6 4 legati ante pugnam Leuctricam, 
Paus. 5 5 eodem vor loco, Ale. 7 1 non vor mimis, Timoth. 3 3 illorum vor adventu, und ganz 
besonders solche nur auf einem Schreibfehler besonderer Art beruhenden Ale. 10 4 securo (aus 
securi?) für ferro, 11 5 sinoma für summa, Eum. 7 1 Tamon (mit grofsem Anfangsbuchstaben 
als Eigenname) f. tamen, Phoc. 4 4 quam digna ganz sinnlos f. quam indigna, so könnte ein 
Abhängigkeitsverhältnis der Handschrift und der Brix. von der Ed. princ. kaum zweifelhaft er- 
scheinen. 

Aber trotzdem ist weder die Handschrift M aus der ed. princeps, noch die 
Brixiana, wie Roth will, aus der ed. princ. oder aus M. abgeschrieben, wohl aber 
beruhen diese Textesrezensionen auf gemeinsamer Vorlage, wenigstens die ed. 
princ. und die Brix., wie wir jetzt zeigen wollen. Von gröfster Bedeutung für diese Frage 
ist Ages. 1 4 quem ille natum non agnorat^). Hier hat v tnaum, brix. manu, M läfst eine Lücke, 
wohl zum Zeichen, dafs das Wort in der Vorlage nicht zu lesen war. Jedenfalls geht zunächst 
mit Sicherheit daraus hervor, dafs die Brix. aus cod. M nicht abgeschrieben sein kann, der 
aufserdem, um nur einiges hervorzuheben, Lesarten wie Ale. 4 4 proervectus, brix. pervectus, 4 5 
migravit, brix. demigravit, Timoth. 4 2 convinci, brix. conici, und, was besonders wichtig ist, auch 
Auslassungen wie Them. 6 4 ac se de ea re legatos ad eos missuros dixeruiU, Cim. 3 2 bellumque 
Lacedaemonii Atheniensibus indixissent, Ale. 5 6 in quibus ducentas naves triremes amiserant, 7 4 
quin eius casum lachrymarit aufweist, welche die Brix. nicht teilt. Diese Beispiele sind aber 
auch, bis auf die Weglassungen, bezeichnend für das Verhältnis von M zu v. Wir fügen 
noch hinzu Them. 8 3 v ad Admetum, M ad atmetum, Paus. 2 2 v complures, M mit 
Vossianus C quamplures, Ale. \ A \ ut omnes admirarentur, M. admirabantur, Pel. 4 3 v cornu, 
M eorum, Ages. 2 3 v Lacedaemoniis conveniret, M Lacedaemonii convenirent, sowie Erweiterungen 
in M, wie Them. 8 6 unsinnig si (in) eo, 9 4 quam si ero [eam) adeptus, ferner aber auch 
Stellen, wo M mit P übereinstimmt, z. B. Phoc. 1 4 M sui, v richtig sin, Timol. 5 2 M und 
ültr. quidem, v quidam. Für eine Herleitung der Handschrift M aus der ed. princ. könnte nun 



^) So glatt die Stelle sich auch jetzt liest, so herrscht doch Schwanken in der Lesart, obgleich dies 
weder aus dem Kommentar von Roth, noch dem von Halm hervorgeht, natum ist die rezipierte Lesart, auch die 
der ed. argentorat. a; die Juntioa von 1525 bietet vivus, ebenso ed. Boecleri 1640 und ed. Oxou. 1697. Lambin 
hat vivus, giebt aber als andere Lesart vivens an. 



- 14 — 

die Annahme sprechen, dafs der Schreiber von M absichtlich Äges. 1 4 die Lücke gelassen hat, 
weil er in dem Worte ttuium sofort ein Versehen erkannte; denn dafs er nicht aufs Geratewohl 
schrieb, könnte Lys. 4 2 bezeugen, wo er erst geschrieben hatte librum . . . verbis conscriptam 
(sie!) conscripsit und conscriptam alsdann durch darunter gesetzte Punkte als ungiltig bezeichnete. 
Aber dann hätte er auch an der bezeichneten Stelle nicht stnoma geschrieben oder Ages. 4 1 
Boeles (so steht in M und nicht, wie Halm angiebt, Boetos), und auch nicht mit anderen Hand- 
schriften übereinstimmende Abweichungen von v gegeben. Wir glauben daher mit vollem Rechte 
behaupten zu können, dafs M nicht aus der Ed. princ. abgeschrieben ist. 

Aber ebensowenig ist die Ed. brix. aus derselben herzuleiten ; denn abgesehen von der .ver- 
schiedenen Lesart Ages. 1 4, wo sich eine Umänderung des tnaum gerade in manu nicht erklären 
läfst, bewahrt die Brix. die richtige Lesart Cimon 1 1 duro für diro, nach Magius La. der vulga- 
tiora exemplaria, 2 5 divisit für dimisü, Eum. 9 3 refrenandum für referendnm, sowie die in v 
ausgefallenen Worte Eum. W \ et vor praefectus, Cim. 1 2 nomine vor Elpinicen, das auch u 
wegläfst, Pel. 1 3 na»i, wo M v beide Worte nam post weglassen, und schreibt Cim. 3 l ostracon, 
wo V hostratos, M hostracos hat. Jedenfalls aber liegt der Handschr. M, sowie der Ed. princeps, 
der Brixiana und der ed. argentorat. eine gemeinschaftliche Quelle zu Grunde, die wir, ohne 
hier näher darauf einzugehen, in einer R und c nahestehenden Rezension zu finden glauben. 

Für sich genommen ist also cod. M vollständig wertlos, er bietet keine 
neue Textesgestaltung, wohl aber können wir ihn als Repräsentanten des in den 
ersten Ausgaben enthaltenen Textes hinstellen und in diesem Sinne von einer 
M-Klasse reden. 



r 



n. Die doppelte Rezension in der jetzigen Überlieferung. 

1. Die Rezension der Jnntina. 

Wir haben oben S. 13 darauf hingewiesen, dafs M Ages. 1 4 vor non agnorat eine Lücke 
zeigt, die in v und brix. verschieden ausgefüllt wird, dafs ferner die Juntina, die Ausgabe 
Böklers vom Jahre 1640 und die Oxon. vom Jahre 1697 eine andere Lesart bieten, die von der 
Vuigata in ganz eigentümlicher Weise abweicht, nämlich vivus, wofür nach Lambin andre HH. 
vivens bieten. In der Brix. tritt uns nun in dem sonst sehr sauber gedruckten Texte ebenfalls 
eine offen gelassene Stelle Cimon 1 2 non magis amore quam more ductus vor more entgegen. 
Diese Otfenlassung ist doch sicherlich nicht unabsichtlich und mufs die Vermutung erregen, dafs 
dort etwas nicht in Ordnung ist. Ein Blick in die drei genannten Ausgaben überzeugt uns so- 
fort von der Richtigkeit unserer Annahme, alle drei haben vor more stehen: patrio, eine Er- 
gänzung, die schwerlich auf Konjektur beruht. Ebenso hat die Frankfurter Ausgabe 1608 patrio 
more, ohne dafs Lambin etwas dazu bemerkt, in den Excerpten aus dem cod. Dan. wird ange- 
geben, dafs in demselben patrio fehlt, ebenso von Magius, dafs der cod. Mendozii, Gifanii und 
die ültr. es nicht haben. Es geht also aus dem Gesagten hervor, dafs patrio einer Textes- 
gestaltung angehört, die unserer, selbst der ältesten von P repräsentierten Überlieferung fern liegt, 
und so kommen wir zu der Annahme, dafs es noch eine andere Textesrezension gegeben hat, 






-lo- 
deren ältester Repräsentant, soweit wir bis jetzt beurteilen können, die Juntina vom Jahre 1525 
ist. In unserer Ansicht werden wir bestärkt durch Ale. 4 5. Hier bietet mit Ausnahme von u 
(Eumolpidae sacerdotes) die gesamte bei Roth und Halm angeführte Überlieferung Olympidae 
oder Olympiadae, nur von der Ed. oxon. bemerkt Roth, dafs sie nach Aldus Eumolpidas et 
Cerycas hat, wie auch an der entsprechenden Stelle Ale. 6 5. So lesen aber auch die Juntina 
und Rökler, die Ed. oxon. hat im Text zwar Eum. sacerdotes, giebt aber in der Adn. diese L. als 
Variante an, und dafs hier eine alte Überlieferung vorliegt, zeigt ein BHck auf die darauf be- 
züglichen Stellen Plutarch Alcibiades 22, 3, wo es in der Eisangelie des Thessalos am Schlufs 
heifst: vno t' EviioXTtidiav xal xrjQVXoaif' xal T(av Isqscov z<av i'i ^EXsvclvoq^ c. 33, 3 t//^jy- 
(fidavTO ds . . . . xal tag dgäg a(poai(a(Saad^ai jiccXiv Ev^oXtiIöck; xal xrjQVxag, und c. 34, 5 
nqottnev Ev^olnidaiq xal xtJQv^t'^ ebenso werden EvfioXnidai xal Kijgvxsg zusammen ge- 
nannt bei Isoer. IV, 157. 

Wir begnügen uns jedoch hier mit dieser Andeutung, die wir an anderer Stelle weiter 
zu verfolgen gedenken, und betrachten die Spuren einer zweiten Rezension, die in der vor- 
liegenden Überlieferung uns entgegentreten. 

2. Die doppelten Schreibungen. 

Fleckeisen, dessen richtigen Blick wir schon einmal anzuerkennen Gelegenheit hatten, 
macht Phil. IV S. 337 Anm. gelegentlich der Besprechung Att. 1 2, ob diligente oder indtdgente 
zu schreiben sei, die Bemerkung, in den besten HH. unserer vilae wie in der Ultr. fänden sich 
vielfache Spuren, die darauf hinweisen, dafs in den Archetypus von einer zweiten Hand die 
Varianten einer aus einer anderen Quelle stammenden IIs. eingetragen, d. i. mit vorgesetztem 
1' = vel oder al' = alias übergeschrieben worden sind. Diese Varianten wären an einer An- 
zahl von Stellen in die betreffenden Handschriften unverändert übergegangen und zweimal sogar 
in den Text gekommen, wo sie Roth seinem Prinzip gemäfs auch aufgenommen hat, nämlich 
Iphicr. 3 4 genuit vel creavit und Eum. 2 2 commisisse vel commendasse, zu denen noch hin- 
zuzufügen ist Timol. 4 3 constituerunt vel constituissent. Aufser diesen werden im Feldherrn- 
buche noch 21 Stellen angeführt, welche dieselbe Erscheinung aufweisen. 

Wir werden diese Stellen sowie noch mehrere andere, von Fleckeisen nicht erwähnte, 
im einzelnen betrachten, namentlich im Vergleich mit P und dem Leid., besonders aber unter 
dem Gesichtspunkte, in wie weit sich aus dieser Beobachtung ein Gewinn für die Textgestallung 
erzielen läfst, da sich vielfach schon jetzt aus der Gegenüberstellung ergeben wird, dafs die 
Überlieferung in A und den sonst so genannten guten HH. nicht immer die bessere ist. Pracf. 
4 A scenam im Texte, darunter V ce(nain), V cenam, sonst überall scenam oder scaenam. Milt. 
3 6 A mit cdf consiliis, verbessert am Rande consciis\ M allein consociis. Them. 7 4 AB pro- 
fectuSj in Korr. professus, P perfessus, g h 1 und E a prosecutus, alle andern professus. Paus. 4 5 
hat Dan. repentini consilii, am Rande repentino consilio, desgleichen Ed. arg. über der Zeile und 
die Ultr. am Rande den Dat. Dion 2 1 quo fiebat ut uni huic maxime indiilgeret hat A magis, über 
der Zeile V maxime, umgekehrt P maxime und V magis, 2 4 B über gravi: ter, 3 2 schreibt g 
mit ABR cd u. s. w. in eo meo, tilgt aber meo und hat nun mit Dan. Pu nur in eo. Iph. 2 2 
haben ABMR etc. adduxit, der Leid. P und u induxit\ für Dan. ist angegeben adduxit al. ad- 
cluxit, wofür Roth konjiziert induxit al. adduxit, Nipperdey Spie. 3 4 (S. 150 der Opuscula) ad- 



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dttxit dl. induxü. Die schon oben erwähnte Stelle Iph. 3 4 möge hier noch einmal angemerkt 
sein, weil cod. monac. 433 vel zwischen genuit und creavit weglüfst. Chabr. 12 hat A im 
Texte in eam, über der Zeile lo; in eo hat nur die ültr., alle übrigen sinnlos in ea; 3 1 
schreibt Dan. und A im Texte possit, über der Zeile aber V e mit der übrigen Überlieferung und 
allein richtig, 3 3 endlich hat die Mehrzahl quo ei licehat, M u v a s quoad , B hat im Texte quo, 
über der Zeile ad, g endlich im Texte zwar quo ei, am Rande jedoch alii quo cum. Erwähnen 
wir noch kurz die Fälle Dat. 4 5 A capit, über der Zeile sumit, 7 1 A Sysinas vel Sysmas, 
Epam. 4 4 A athilerat, üb, d. Z. attulisset, Pel. 1 1 Dan. dilucide, A lucide, üb. d. Z. aV. di, u lucide, 
am Rande al. dilucide, Ages. 3 2 A insignius korrigiert zu insignibus, 4 1 A missu, als Korrektur 
iussu, umgekehrt Dan. und ültr. iussu im Texte und missu in Korr., Eum. 45 A plane, üb. d. 
Z. plene, ebenso die Ultr. am Rande, Timol. 2 3 qm B, über d. Z. queniy und gehen über zu 
folgenden Stellen, die wir als von ganz besonderer Wichtigkeit für die vorliegende Betrachtung 
hier im Zusammenhang behandeln wollen. 

Arist. 1 2 bieten Dan. u. A in d. Z. cumcum. darüber vel quamquam, wie auch die gesamte 
anderweitige Überlieferung. P aber hat dieses quamquam in die Zeile hineingerückt, liest also mit 
einer Änderung cum quamquam, und genau derselbe Vorgang findet in dieser H. Eum. 5 7 statt. 
Hier stehen sich gegenüber die Lesarten sulsidia resp. suhsidio und suh divo, A hat suhsidio, darüber 
sub divo, der Leid, subsidia vel sub divo, also in die Zeile gezogen wie ABPRcdEs Iph. 3 4 
genuit vel creavit, Leid. ABPR d f E s Eum. 2 2 commisisse vel commendasse, P Timol. 4 3 consti- 
tuerunt vel constittiissent; P aber läfst dieses vel aus, schreibt also subsidio sub divo. Gleich darauf 
haben wir ein Beispiel, wie eine Korrektur der Vorlage in zwei Handschriften in den Text gelangt 
ist. Eum. 6 2 sin aliqua cupiditate raperetur in Macedoniam hat A und P aliqua cuperetur cupiditate 
raperetur. Fände sich diese La. nur in einer Handschrift, so könnte man ein Versehen mit 
gleich eingetretener Korrektur durch den betreffenden Abschreiber annehmen, die Annahme, der 
Schreiber von P hätte dies in A als seiner Vorlage gefunden, ist durch die ganze Lage der 
Dinge ausgeschlossen, es bleibt uns nur übrig anzunehmen, A und P haben es so in ihrer Vor- 
lage gefunden. Wie nun der Fehler entstanden ist, ist leicht nach dem vorhergehenden einzu- 
sehen. Zur Korrektur des fehlerhaften cuperetur war das richtige raperetur übergeschrieben. 
Dies geriet dann wie in P sub divo an oben genannter Stelle in den Text, unter Weglassung 
des vel, ebenso wie Dion 6 2 im cod. Haen. saevitiam exercuit suam vim. 

Eine auf dieselbe Weise in den Text geratene Korrektur scheint uns auch Eum. 13 2 
in der La. omnium fuerit hominum opinio R und fuerit omnium hominum opinio f g h i k 1 E s vor- 
zuliegen. Die richtige La., wie sie ABPM (cd?) Muva bieten, lautet nur omnium fuerit 
opinio. Nichts aber ist gewöhnlicher als Verwechselung von omnium und hominum; wir können 
also mit Fug und Recht annehmen, dafs in der Vorlage der an erster Stelle genannten mittelbar 
oder unmittelbar der Fehler hominum durch den Zusatz omnium korrigiert oder auch über das 
richtige omnium die Variante hominum geschrieben war. Pel. 3 2 hat die Korrektur, resp. Er- 
klärung von eorum (so Dan. P), nämlich exulum der anderen HH. (Dan. über d. Z. exulum), 
die richtige Lesart verdrängt, es ist eorum zu schreiben. So gut nun wie an diesen Stellen 
scheint Textes Verderbnis entstanden zu sein an Stellen wie Paus. 13, wo ABPRMfghEvas 
bieten reprehens^is est quod cum etc., die ültr. und die übrigen HH. nur quod, Epam. 6 2 Thebis 
Oedipum natum, qui cum patrem suum interfecisset ex matre liberos procreasse Dan. AP, oder 






^ J / 



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procreasset, wie die übrigen bieten, indem wir procreasse als durch P gestützt für die richtige 
Lesart ansehen und cum als doppelte Schreibung auffassen, endlich Ale. 2 3 nisi maiora potiora 
haberemus als Einschub potiora tilgen. Andere Stellen werden unten betrachtet werden. 

3. Doppelte Lesarten gleichen Wertes. 

Die vorangehende Untersuchung hatte uns dargelegt, wie selbst in den sogen, besten 
Handschriften sich doppelte Schreibungen erkennen lassen, die sich auch äufserlich kennzeichnen, 
dafs mithin in der That eine doppelte Hecension der Textüberlieferung vorhan- 
den ist. Es giebt nun aber noch eine Reihe von Stellen, in denen nur selten die Notiz sich 
(indet, dafs andere HH. anders lesen, die aber Lesarten aufweisen, welche bisweilen beide weder 
der Sprache, noch dem Inhalt nach anfechtbar sind. 

Abgesehen von Praef. 4 habuisse in Dan. P u gegenüber habere der sonstigen Über- 
lieferung tritt uns eine solche doppelte Rezension entgegen zunächst Milt. 3 l, wo ABPu qua, 
andere mit M R quo, dsgl. 4 4, wo Dan. Leid. A P u creant und dann Miltiadem, die Ausgaben 
mit M und monac. 433 creati und Miltiades lesen. 8 4 haben Dan. ABPed (im Texte) com- 
munitas; MR u und die andern comitas, wie d über der Linie. Fleckeisen bevorzugte S. 318 
das letztere, setzt aber jetzt in den Text commnm'tas. — Them. 1 2 stehen sich gegenüber 
ordiendus Dan. ABcde gh Ultr., resp. exordiendus R, und ordiendum der gesamten Überlieferung, 
2 8 deportant Dan. AP u und asportant, 4 2 fama eM uva brix. junt. und ßamma, 5 1 Herum 
ABP cghik ültr., interim in den andern, 7 2 ßdes haberettir Dan. AP us und f. adhiberetur, 
8 6 escendü Dan. d, exscendü AP und ascendü (ultr. conscendit), 9 2 quam diu, A nur quam, B 
im Texte quam, in Korr. cum, wie cdRMvas, andere Handschr. quod, 103 his quidem verbis, 
Dan. ABP hi h und Ultr., aber his usus verbis RM u. s. w. 

Wir gehen nunmehr gleich zu der vila des Conon über, da sich die sonstigen Spuren 
doppelter Rez. aus der Zusammenstellung S. 10 ff. ergeben. Conon 1 2 haben Leid. A P f g h i k 1 E 
u a diligens erat imperator, RRMcdEvs dil. erat imperii; 5 3 Tiribazus Cononem evocavit, simulans 
ad regem eum se mittere velle magna de re. huius nuntio parens cum venisset etc. schreibt Halm mit 
Roth nach Dan. AR c d E u s, wobei wir nicht umhin können zu bemerken, dafs in der Ullrajectina 
auffälliger Weise hinter magna de re ein Komma steht und dann trotzdem mit grofsem Anfangs- 
buchstaben fortgefahren wird. Hingegen überliefert der Puteanus, Monac. 433, M sowie fghi 
kl nebst den Ausgaben a, ed. princeps v, brix. und iunt. se mittere velle: magna festinatione 
huius nuntio parens cum venisset. Auch letztere Lesart giebt einen trefflichen Sinn, und hat 
sogar vor der ersteren den Vorzug gröfserer Glätte voraus; denn die Worte magna de re schleppen 
sehr nach. Doch darauf kommt es hier nicht an, es mag genügen, das Faktum der doppelten 
Rezension konstatiert zu haben. — Dion 2 l Quo fiebat ut huic schreiben c d f k R u s und A im 
Texte magis indulgeret, Dan. ghil MPuva und AB in Korr. maxime, wie umgekehrt P magis 
in Korr. aufweist. Auf eine doppelte Rezension geht auch zurück die Schreibweise Dion 6 2 
in filio vim exercuit; so Dan. ABcdfhi Evs, während die andern in ßium bieten, und ganz 
besonders herrscht Abweichung über die Worte suam vim. So überliefern Dan. ABPRMuvs, 
vim suam cd?, die andern aber saevitiam und zwar sevitiam exercuit f Monac. 433, saevitiam 
suam exerc. k 1, suam saevitiam exerc. E a ; g hat im Text saevitiam, am Rande suam vim, cod. 
Haenel. (h) im Text sevitiam exercuit suam vim. Nam etc.; i endlich im Text seviciam suam, 

LuiBengymn. 1888. 3 



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üb. d. Lin. 1' vim. Auf die doppelte Rezension Dion 2 5 hoc aeger sumpto ABH us und hoc ergo 
sumpto M V a und den übr. hat schon Fleckeisen S. 347 hingewiesen. 8 2 hat A f g h i k 1 odio, 
wohl wegen des vorangehenden magno in periculo, die übrigen odium, endlich 10 2 haben den 
Noni. eidem aufser Dan. AP nur ghikl, die übrigen, darunter BRMu, den Acc. eundem. Ob 
Jph. 2 1, wo Leid. Pu induxit, die andern sämtlich addiixü mit der Angabe in Dan. adduxit al. ad- 
chixU bieten, eine doppelte Rezension oder ein Irrtum des Schreibers vorliegt, will ich nicht 
entscheiden, ebensowenig wie Chabr. l 2 bei contuens und intuens. Wohl aber haben wir in 
demselben Kapitel des Iph. noch zwei Stellen, die eine solche, wie auch Fleckeisen ausspricht, 
klar und deutlich uns vorführen. 2 3 schreiben Dan. Leid. ABPfghkl und der Puteanus 
interfecit, c d iM R u v a s hingegen intercepit, und § 5 Epaminondae retardavit impetus ist impetus 
die Lesart in fghiklMuva, hingegen in Aßc Es inceptus, in R incoeptm, Dan. interceptiis. 
Ganz besonders instruktiv ist Chabr. 3 3 quos eminere videant altius, wie Halm und die Heraus- 
geber mit Dan. AP f g h i k I und Monac. 433 schreiben, während BMR c d E v a s emergere, die 
Ultr. im Texte eminere^ am Rande al. emergere bieten. In derselben Vita 4 3 stehen sich 
gegenüber mit geringen Abweichungen im einzelnen Gif. Monac. 433 Pu cum refugere posset 
und die übrigen, die alle cum refugere non posset. Im Bedingungssatze steht aber trotz des cum 
Hon überall «, nur R hat m'st. Dat. 2 2 haben Dan. ABP ortus, die andern sämtlich tiatus, 3 1 
Dan. AB P u promissa, die sonstige Überlieferung prolixa, 3 4 statt nohilis c M v und Junt. non velis. 
Dat. 5 4 haben die Wortstellung quo fieri iit facile mpellantur nur Dan. Leid. P u, die übrigen 
facile fieri ut, A quo facile ut fieri. 9 3 bieten Dan. AB ornatu vestituque militari und u 
ornatu militari, die andern sämtlich ornatus vestitu militari, 10 2 läfst die La. in MRcd Evas 
hanc (sc. dexlram) ut recepit a rege missam (dies in R c d E s weggelassen) gegenüber hanc ut 
accepit a rege missam (resp. falschlich missas), wenn nicht auf eine Textesverderbnis, so doch auf 
zwei verschiedene Rezensionen schliefsen. noch mehr aber gleich darauf regis provincias (so Dan. 
Leid. APfgikl und cod. angelicus) vexat gegenüber provinciam BMRcdEuvas. Desgl. 
beruht sicherlich Dat. 11 2 die La. in P cum viro st. cum uno auf einer andern Rezension, 
wie man es auch § 5 respiceret A P u gegen die sonst einstimmige Überlieferung conspiceret an- 
nehmen möchte. Ebenso § 3 simulans se quiddam in colloquio esse oblitum geht schwerlich 
quaedam. wie MRcdi lesen, auf eine blofse Korrektur in den einzelnen Handschriften zurück; 
quiddam ist überhaupt nur die Lesart von AB sowie der Ultrajectina und Brix., die andern 
Handschriften bieten quoddam, die ed. princeps quodam. Epam. 1 2 ist vero etiam die Über- 
lieferung in Dan. A B P g h i k I E u und cod. vatic. 3412, die andern haben alle nur etiam. 
2 1 quorum pervulgata sunt nomina überliefern Dan. Leid. R cfEu, g k aber carmina, die andern 
HH. und Ausgaben haben nomina carmina neben einander. Auf eine zweite Rez.. nicht auf Ver- 
derbnis scheint uns ferner zurückzugehen Epam. 3 6 eamque summam cum fecerat Dan. A R P 
cdf monac. 433 Es und faceret MghiklEuva, desgl. 4 2 Diomedonti Dan. APRu gegen- 
über dem sonst einmütig bezeugten Diomedonte; desgl. Ep. 5 1 nemo Thehanus M v a, nemo ei 
Thebanus Dan. ABP?RcdEus und nemo ex Thebanis vat. 3412. cod. angelicus, cod. monac. 
433 ghikl. Eher könnte man an Interpolation denken 5 6, wo M u v a in dem Satze : nam 
nullius in isla re minus uti consilio volo hinter minus die Worte quam tuo einschieben. Auf 
eine zweite Recension aber geht ebendaselbst 6 1 die ganz sinnlose Überlieferung legionum 
in A BMR cd e Eva gegenüber dem sinngemäfsen legationum Dan. PghklEus zurück, wie 



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sich auch aus i, das im Texte legationum, aber über der Zeile 1' gio bietet, entnehmen läfst. 
Zweifelhaft, ob wir es mit absichtlicher Korrektur oder Festhalten an der Vorlage zu thun haben, 
ist Epam. 9 1 instaret hostes in Dan. und P, während sonst überall der Dativ steht, und Eum. 
4 2 zu den HH., die den Acc. aufweisen, noch ABf hinzutreten. Zu Epam. 10 3 wies schon 
Fleckeisen S. 347 auf die Notwendigkeit der Annahme zweier Rezensionen hin, da die Über- 
lieferung in Dan. A P u und in der Juntina ne . . . cruentaret, in den übrigen Quellen neque 
. . . cruentare bietet. 

Pel. 11 hat Dan. ABP potuero, MRu sowie cdf Evas potero, B in Korrektur, § 2 
gh Muva perpaucorum, die übrigen HH. paucorum, wie u am Rande. Pel. 2 1 haben cd MR 
vas non ut sequerentur, die übrigen HH. insgesamt und die Ultr. non quo s. Kap. 3 weist 
gleich am Anfang in der Differenz ab re proposita Dan. BP u s und a re posita AMB etc. auf zwei 
verschiedene Textesgestaltungen hin, desgl. § 2 die Korrektur exulum aus der Vulgata im Dan., der 
im Text allein mit P eorum bietet. 3 4 haben alle HH. und Ausgaben regiones occupaturos, Dan. 
Leid. PR {T)reg. praesidiis occ, die Ultr. reg. praesidio occ. Ages 8 1 steht parallel der Vulgala male- 
ficam nactus die La. in M c d maleficam habuit und in demselben Kapitel § 2 giebt sowohl die La. in 
cRMuvas: hominis (homines d, aber als Korrektur hominis) wo» beatissimi suspicionem praeberet 
als auch die in AP f gh i k 1, in dem cod. vatic. 3412 und cod. angelicus sich vorfindende und jetzt 
zur Vulgata erhobene: homines non beatissimos susp. praeb. einen guten Sinn. Die Ultr. hat im Texte 
hominis non beatissimi, am Rande den Acc. Plur., B zwischen beatissimos und suspicionem über der 
Linie esse. Eum. 4 3 haben MRcdEvas pedestris exercitus, die anderen HH. und u pedesler exercitus. 
Eine doppelte Rezension sehen wir ferner 5 3 ABPRd und u circumitus resp. cifcuitus gegenüber 
circumventus der übrigen Handschr. und Ausgaben und namentlich 5 7, worüber später ausführlicher 
gehandelt wird; hingegen scheint 6 5 his verbis permotus Mvau gegenüber his rebus der 
übrigen Überlieferung mehr auf einem wenn auch sehr ansprechenden Emendationsversuch zu 
beruhen. Eum. 9 4 lautet die Vulgata certos mittit homines ad infimos montes, qui obvii erant 
itineri, iisque praecipit (nach Lambins richtiger Korrektur für praecepit) ut etc. R u v a lesen eant, 
wie c auch gelesen zu haben scheint und i über der Zeile angiebt. Eum. 10 2 überliefern c g h 
M v a prodere, desgleichen die Ultr. am Rande, die anderen perdere und 12 3 d R va s victum amoveri, 
die übrigen removeri; Georges giebt im Kleinen Handwörterbuch ersterer La. den Vorzug. 13 1 
bieten d? ghiklEua paruisset gegen apparuisset, in demselben § f ghikl Muvas und 
monac. 433 ganz verkehrt uni gegen unum Leid. ABPR. Phoc. 1 2 haben Gif. APu divitissi- 
mus, alle andern dilissimus. In der Vita des Timoleon bietet uns eine Fülle doppelter Rezen- 
sionen zunächst 1 3, wo Leid. Gif. ABP und die Ultr. parere patriae legibus, alle andern optem- 
perare bieten; ebenso herrscht Schwanken über satius und sanctius. Ferner 1 4 manus attulit 
A B P g h i k 1 , die Ultr. und E a s, aber manum attulit c d e f RM v brix. iunt., 1 5 factum A B P g h I 
gegen facinus cdefRMvas brix. iunt., die Ultr. hat es im Texte, am Rande facinus; 1 6 ist quibus 
rebus allgemeine La., aber verbis cMva brix. iunt., 2 1 Syracusarum gegenüber Syracusatiorum 
c M V brix. iunt., 2 2 detulisset gegenüber detrusisset h i k M v a brix. iunt., depulisset u, 2 3 hat qin, 
d. i. quoniam A, quem PRMuas, 32 totae Gif. ABP, aber totiMl und alle übrigen. Besonders 
bezeichnend aber ist 5 3, wo Gif. ABP g h i k 1 E u s voti esse damnalum, die anderen, mit ihnen M R 
und die Juntina v. e. compotem überliefern, und gleich darauf cdBMRvas haec, die übrigen hoc. 



l 



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Reg. 1 5 schreiben cdefMRvas intetfectus est, der Leid, aber, sowie AB g b i k 1, die Ultr. 
und cod. angel. interemptus est, und 2 3 beruht der Halmsche Text mmor enim annos sexagmta 
nalHs decessit nur auf ABPR, alle übrigen gewähren maiorque, aber so, dafs sie bis auf e f M u v a 
auch noch enm bieten. Am Anfange des nächsten Kapitels Fuerunt praeterea magni reges etc. 
haben c M u v a multi reges, u aber am Rande al. magni und § 3 am Ende ist periit a morho 
die Lesart in ABPghkl und im cod. angel., RMcdefEuvas lassen a vor morho weg. Auf 
eine zweifache Rezension weist ferner hin Ham. 2 1 deleta APiklEua gegenüber deserta BM 
RcdefEvs; h hat destrncta im Text, aber am Rande deleta deserta, cod. angel. deserta im 
Text, aV deleta am Rande. 

Hann. 3 4 ist elephantus ornatus La. in Dan. BcEu, die übrigen haben oneratus, was 
freilich zu inermis keinen rechten Gegensatz bildet; 4 3 herscht Schwanken zwischen etiani tum 
(RMcdEva), etiam nunc (Bfghikl und cod. angel.) und etiam mim {ku), eine ganz besondere 
La. hat P, nämlich nimium. Während aber 5 2 adducta nocte in M u v a sicherlich nur auf einer 
Emendation für das auf den ersten Blick nicht verständliche obdncta beruht, teilen in demselben 
§ diese Ausgaben die Lesart inmentorum für iuvencornm mit c f und E s. Dieselbe Übereinstimmung 
in c d M u V a s gegenüber den andern HH. herrscht auch 5 3 perdnctnm (auch R e), sonst productwn, 
und 5 4 posset für possit, wie es richtig die andern bieten, 7 5 in aerario poneretur für reponere- 
tur, aber ohne die Ultr., die hier reponeretnr hat. 

Besonders wichtig aber für die Frage wegen der zweiten Rezension ist Ilann. 8 1 si forte 
Karthagmienses ad bellum Antiochi spe fiduciaque inducerentur, cui etc. induceretur ist eine Kon- 
jektur Halms, c d e RM u v a s haben inducere posset, R nach Halm perducere posset, AB f h i k 1 lassen 
diese Worte aus; zwei HH. endlich bieten excüare: der Monacensis 433 ^w^Ä/o« excitare posset spe 
fiduciaque: cui, und der Urbinas 436 im Text Antiochi spe fiduciaque: cui, am Rande excitare 
posset. Leider läfst uns hier Halm im Stich, da er P sowohl neben AB als auch neben Mu an- 
führt. Steht P zu M u, so würde sich übrigens für die Ansicht, dafs die ältere Textesgestaltung in 
P zusammen mit der Ultr. die M-Klasse hebt, eine neue Stütze ergeben; fürs erste mufs diese 
Frage noch unentschieden bleiben, da ja die Wahrscheinlichkeit gröfser ist, dafs es mit A zu- 
sammensteht. 

Noch mehr Spuren einer zweiten Rezension treten uns aber in den folgenden Kapiteln 
entgegen. 8 2 schreiben cdRMuvas servis, die anderen servolis resp. servulis, 8 3 cdeMv 
und nach Roth R (Halm schweigt darüber) stulta, die anderen stulte, 9 2 M v a s praevidisset falsch 
für providisset, 9 3 dieselben ductis, die andern inductis, desgleichen 9 3 has Corthyniis {Corthi- 
nüs E a, Gortyniis E s) praesentihus M v a s gegen has principihus praesentibus, 9 4 c M v a s per- 
taret, R d e asportaret, ABP f h i k 1 sowie die Ultr. und cod. angel. duceret. Besonders aber verdient 
Reachtung 10 1 neque aliud quicquam egit quam regem armavit et exercuit adver sus Romanos. So ist 
die Überlieferung im Leid., in ABfhigk, desgleichen im cod. ang. und in der Ultr.; hingegen 
schreiben cdRiM va armarit et excitarit, e und ed. sav. armavit et excitavit, 1 endlich armavit et 
exercitu oder exercuitu oder exercuit. Wir haben also eine doppelte Überlieferung und zwar einmal 
hinsichtlich des Verbums, exercere oder excitare, das andere mel hinsichtlich der Konstruktion, so 
dafs auf der einen Seite stehen exercere und der Ind., auf der andern excitare und der Konj.' 
Der blofse Konj. aber ist jedenfalls falsch, denn überall, wo bei N. diese Formel vorkommt, 
herrscht Einmütigkeit in der Überlieferung, sowohl Lysander 1 4 n. a. molitus est quam ut . . 






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teneret, Att. 11 1 n. a. egit quam ut . . . esset, als auch Ages. 2 4 nihil ahud quam bellum com- 
paravit. Überdies tritt auch hier hervor, wie wenig berechtigt man ist, den Schriftsteller für 
das Übermafs der Konjunktive verantwortlich zu machen. Leider läfst uns an dieser Stelle P 
im Stich, indem die Worte et — Romanos überhaupt fehlen. 

Hann. 10, 2 überliefern AP f h i k 1 und die Ultr. domesticis opibus, BMR c d e E v a s dorn. 
reÖMs, gleich darauf AB cdeEvas, sowie die Ultr. und wohl auch P adiungebatque, die andern 
nur adiungebat, §4 Gif. ABR P? cdefEus decreturi, h i 1 M v a, sowie cod. ang. und Puteanus 
decertaturi, §5 ABP? R? dfh effecisset, ei kl und cod. angel. fecisset, cMuvas confecisset. 
Ob wir aber § 6 qua nave veheretur, wie Rcdef Euvas bieten, gegen in qua A B etc. als 
zweite Rezension oder als Korrektur in den betreffenden Handschriften aufzufassen haben, ist 
nicht zu entscheiden, da dieselben Handschriften an der hierher gehörigen Stelle Chabr. 4 3 m 
haben. Nur die Ultr. hat auch hier den blofsen Abi. Dieselbe Frage erhebt sich auch 11 2 
quod nemo dubitabat, quin aliquid de pace esset scriptum. Dies ist bekannthch die einzige Stelle, 
in der abgesehen von non dubium Hann. 2 5 nach der gewöhnlichen Darstellung non dubitare 
„nicht zweifeln" die sonst übliche Konstruktion mit quin aufweist. Aber c d f M R v a s haben hier 
einen Acc. c. Inf., und ebenso läfst B quin aus, wenn es auch esset hat. 

Weiter aber gehen nicht blofs auf Emendalionsversuche zurück 11 2 unde erat egressus 
ABPhik, cod. angel. und Ultr. gegenüber ierat BMcdfEvas, 114 petit ABP? hikl, cod. 
ang. gegenüber petiil RMcdefEvas, 115 risum pugnantibus concitarunt ABP? hikl und cod. 
angel. gegenüber r. p. excitarunt RM cd ef Euvas, 12 2 existimarent, AB und dieselben Hand- 
schriften gegen existimabant RM etc., ganz besonders aber Hann. 12 5 scilicet verens, wie nur 
APu aufweisen, während die übrigen HH. und Ausgaben semper bieten. 

Diese Zusammenstellung, welche durchaus nicht ganz vollständig ist, da wir auf Wort- 
stellung und orthographische Eigentümlichkeiten für unsere Zwecke keine besondere Rücksicht 
zu nehmen haben, wird zur Genüge dargelegt haben, dafs in der That eine doppelte Rezension 
besteht, die sich deutlich durch die einzelnen Gruppen der Überlieferung verfolgen läfst. Aber 
noch ein anderer Nachweis ist unseres Erachtens durch dieselbe erbracht: der, dafs die M-Klasse, 
wie wir schon am Schlüsse des ersten Abschnittes bemerkten, auf eine den Handschriften R und 
c nahestehende Überlieferung zurückgeht, der auch vielfach B und d sich anschliefsen, vergl. 
Con. 1 2, Dat. 10 2, Pel. 1 1, 2 1, Ages. 8 1, Timol. 1 5, 2 1, Hann. 4 3, 5 3, 8 1. 2, 9 4, 10 2. 
Jedenfalls aber hat sich schon jetzt ergeben, dafs diese zweite Rezension und die HH. und Aus- 
gaben, die sie vertreten, nicht unbeachtet bleiben dürfen, sondern für die Textkritik nutzbar ge- 
macht werden müssen. 

4. Bessere Lesarten in der M-Klasse. 

Wir gehen nunmehr einen Schritt weiter und stellen diejenigen Stellen zusammen, in 
denen die Lesart der M-Klasse, bisweilen auch den sog. geringeren Handschriften, unbedingt den 
Vorzug verdient, namentlrch wenn noch eine Stütze durch den Parcensis oder die Ultrajectina 
hinzukommt. 

Praef. 8 verlangt der Sinn unbedingt vor magnitudo die Konj. cum, die nur dlMRva 
bieten; in P ist die Schrift unleserlich, u s brix. haben tum, die andern lassen sie weg. 



— 22 - 

Milt. 2 4 haben nur g h iM u s brix. conslitnta bei Chersoneso, alle andern das Maskulinum 
constituto, 5 5 wird jetzt fast durchweg mit ghiklMva der lud. perterruernnt in den Text 
gesetzt, desgl. 6 3 huic Miltiadi qui mit M R u v a s brix. statt quid , wie cod. Dan. , und quia wie 
die übrigen IIH. lesen. Unbedingt richtig sind ferner die La. 7G in classem g h iMR u v a brix. 
st. in classes Dan. A B P. u. s. w., ganz besonders 8 2 magistratibusque MRuvas brix. junt. für 
magnisque. 

Them. l 1 haben ABd emimdata für emendata, 1 2 Dan. ABPRc Neoclm für Neocles, so 
auch d über der Linie; unbedingt richtig ist ferner 2 3 qua cel. effecta . . fregit BMR u u. s. w. gegen 
quae AP {que) c und andere HH. nebst as. Ferner 4 2 steht Dan. ABPR posse, fehlt aber 
cde?klMuva; der Ausdruck gewinnt an Bestimmtheit; 1 5 fehlt in M u v a etiam vor con- 
silio, ohne dafs dadurch der Sinn leidet, der durch den Zusatz von etiam bei tnagis auf eine 
Hyperbel hinausläuft. 6 3 haben MP u v as mit fg und B in marg. das richtige alio, AR haben 
animo, Dan. aio, und ganz besonders tritt 8 3 die Lesart in Dan. ABPR faf/ moetum zurück 
hinter dem richtigen ad Admetum der übrigen Überlieferung. 10 1 lassen die Handschriften der 
2ten Klasse f g h i IM nebst u v a s vor dedidit das auch jetzt meist verworfene se aus, 10 2 haben 
Dan. APR(?) Lamsacum, B Lansacnm, M mit v und u und den übrigen Handschriften das richtige 
Lampsacum. Arist. 1 2 haben MRuvas quod quidem , Dan. qnae quidem, quem quidem B h i k, 
Cimon 2 5 Dan. ABPMR Cyprum, das richtige Scyrum die llltr. mit i k lEa s. Auch Lys. 1 2 ist 
die Lesart AMPR dederunt der von B u und den übrigen HH. dediderunt gegenüber zu verwerfen. 
Lys. 3 2 haben Dan. ABPMR v Delphi, wo wir den Akk. erwarten, Roth schrieb Delphicum, u aber 
mit fghiklEas hat Delphos, parallel dem folgenden Dodonam adortus est. Die Personifikation 
aber entspricht der Ausdrucksweise Cornels. Ebenso ist Lys. 4 2 die La. der Handschriften zweiter 
Klasse und MR vas, summis eum effert laudibus, der in Dan. AP u fert vorzuziehen. Auch Ale. 
1 3 verdient die in M u v und den geringeren Handschriften sich findende Lesart deinde, cum 
tempus posceret, lahoriosus, patiens u. s. w. den Vorzug vor der in Dan. ABPR überlieferten dives, 
cum t. p. etc.] dives pafst an dieser Stelle wenig in den Zusammenhang, so dafs Eberhardt es 
hinter serviens, Freudenberg und Fleckeisen hinter formosissimus setzen, notwendig ist die Er- 
wähnung seines Reichtums an dieser Stelle auch nicht, da sie in Kapitel 2 erfolgt; deinde aber 
pafst in den Zusammenhang, weil es sich um eine sachliche Aufzählung handelt, und über das 
fehlende primum vgl. Seyffert Scholae latinae I § 30. — Ale. 2 1 geben Dan. ABP den Konj., 
den Nipperdey als Attractio modi oder als Konj. der or. obl. auffafst, alle andern den Indik. tri- 
buerat; § 2 ist ebenfalls die Lesart more graecontm der von Dan. AB Leid, gebotenen owore vor- 
zuziehen, und ebenso ist die bei MR u u. s. w. sich findende Einsetzung der Präp. a unzweifel- 
haft die richtige Lesart, cf. Fleckeisen S. 312. Desgleichen bin ich geneigt, auch Ale. 3 3 die Lesart 
M R u V und der geringeren HH. hoc cum appareret non sine magna muUorum consensione esse fa- 
ctum, quod non ad privatum, sed ad publicam rem pertineret, magnus mullitudini timor est iniectus, 
ne qua repentina vis in civitate existeret, quae libertatem opprimeret populi für die bessere zu halten 
gegenüber der in ABghl überlieferten quae non ad privatam, sed etc. Der Satz mit quod ent- 
hält eine Begründung zu non sine magna multorum consensione factum esse, so dafs die Über- 
setzung lautet: „Da es es klar war, dafs dieser Unfug nicht stattgefunden habe, ohne dafs viele 
darum wufsten, weil er sich nicht richtete gegen etwas, was nur einen Einzelnen, sondern was 
die Gesamtheit betraf, so wurde der Menge u. s. w." 5 4 bieten M va u die richtige Form Lyci; 



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- 23 -- 

falsch ist ferner Ale. 6 3 die Überlieferung Dan. A P reminisci für reminiscens, w ie es jetzt überall 
im Text steht, und in § 4 kommt astu, wie M mit ghi k IE vas bietet, der Nipperdeyschen Kon- 
jektur in astu näher^ als astum in Dan. ABPRu. 1 2 ex quo fiebat ut omnia minus prospere 
gesta culpae tribuerent steht culpae ziemlich kahl ohne nähere Angabe, wessen Schuld diese Un- 
glücksfälle beigemessen werden. Blofs als Gegensatz zu Unglück läfst sich hier culpa kaum auf- 
fassen, einer solchen Auffassung widerstrebt der Sinn der ganzen Stelle. Das vermifste eius 
bieten aber M v a, und wir werden nicht fehlgreifen, wenn wir dasselbe mit der genannten Hand- 
schrift und den beiden Ausgaben vor oder, mit Halm, nach culpae einsetzen. Dieselbe Weg- 
lassung des Pron. neben culpa findet sich auch Iph. 1 2, wo im Gif. wahrscheinlich das fehlende 
sua erhalten ist. 7 4 haben Dan. ABPR manu coniecla introiit, h klM u va manu collecta, wie es 
der Sinn verlangt. 8 2 beruht spondet bei xNipperdey, spopondit bei Halm ebenfalls nur auf Kon- 
jekturen von Wiggers resp. Heerwagen; AP überliefert petere respondit, gMvas petere; respondent, 
BR c d responderet, u hingegen und h i k 1 lassen diese Formen von respondere, die gar keinen Sinn 
geben, weg, ihnen schliefsen sich nach Cobets Vorgange die meisten Herausgeber an. — 111 
geben MR u vas Theopompus qui fuit post aliquanto natus, Leid. P Iheop. post a. n., ABcdefg 
h i k 1 Th. qui post a. n. Auch hier scheint die Lesart MR u. s. w. den Vorzug zu verdienen. Un- 
bedingt richtig ist ferner Thras. 2 4 Munychiamque (doch mit i statt y) ghiklMRuvas für 
Mynthiamque und 3 3 das Plusquamperf. fuerant in MRuva und einer Reihe anderer Hand- 
schrift der zweiten Klasse, wo Dan. ABdkEs das Perf. haben. 

Conon 1 1 macht schon Fleckeisen S. 347 aufmerksam, dafs die Iberlieferung der sog. 
geringeren Handschriften die bessere ist, wo B (allerdings in Rasur) R i k E u s opera, die andern 
sämtlich, mit P auch M und infolge dessen v, opere aufweisend. Den Gen. pretii inogni bieten 
ebendaselbst nicht blofs RikEus und der Puteanus, sondern auch Dan. ABfghl, während 
dM va magnus haben. Ebenso ist unbedingt richtig die La. praefectus classis magnas mari res 
gessit. Dan. und A lassen res weg, P füllt die Lücke mit einem Synonymum aus und schreibt 
magnas mari Victorias gessit, eine Änderung, die auf eine schon in der Vorlage von P sich findende 
Textverderbnis hinweist. 

Dion 6 1 schreiben MR u v a s quem paulo ante extulerat, die übrigen que oder quae, in Be- 
ziehung auf Dion. Nach Roth kann in A das Kompendium quem wie quae bedeuten. 6 4 haben 
nur die sog. schlechteren Handschriften und die Ausgaben versum illum Hotneri, A B P f illum ho- 
mini, g h ilhm bonum. Iph. 2 5 verdient ebenfalls die La. impetus in f g h i k 1 M u v a den Vor- 
zug vor inceptus ABcEs resp. incoeptus R und interceptus Dan., (wo bei Roth und Halm das 
Fragezeichen zu streichen ist) und 3 4 La. utrum pluris patrem . . . faceret B c d fM u v a s vor 
plus Dan. APRghikl. Ebensowenig können wir uns der Überzeugung verschliefsen , dafs 
Chabr. 3 3 die La. quoad ei licebat inMuvas die richtige ist, statt des sinnlosen qtio eilicebat; B 
hat im Texte quo, aber über der Zeile ad; und ebensowenig trage ich jetzt Bedenken 3 4 mit 
MRcdEuvasdas grammatisch richtige recessissent statt des in Dan. A P überlieferten recesserint (-it 
A) in den Text zu setzen und Timoth. 1 2 mit ghklMuva in qua oppvgnanda für in quo 
oppugnando Dan. ABPRc fE s. Auch entspricht 1 5 in publicum detulit MR c dE v a s mehr dem 
Sprachgebrauch als in p. retulit, § 3 ist die richtige Form Sestum st. Sextum nur in cMuva 
überliefert. 3 4 könnte man im Zweifel sein, ob eodem in cdMRu vas oder eo in der übrigen 
Überlieferung den Vorzug verdient, aber sicherlich mufs gegen die Autorität von Dan. AP das 



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4 



— 24 - 

Perf. Tfcepil »ie es sonst einmütig überliefert ist, neben dem Perf. misit statt recifit geschrieben 
werden' und 4 6 »erlangt der Zusammenhang unbedingt, mit M u v a s referemm stMferemus Dan. 
ABPr'u s w. zu schreiben. Der codex angelicus, dessen Randscholien nach Roth emen nicht 
un^elehrten Verfasser verraten, hat referemus in Korrektur. Dat. 3 5 unterliegt es keinem Zweifel, 
dafl die La c d MR u V a s: mmma mperii tradila est gegen die andere Überlieferung tradila sunt den 
Vorzu.- verdient, s. Fleckeisen S. 317, wie 4 5 dedü, das auch M bietet, gegen deduUt .n Dan 
ABPhklEs. Ebenso ist sicherlich falsch in Dan. AP Dat. 10 2 partim - fariter, Bfgh.kl 
und cod. angelicus haben partim - partim, M c d E u v a s partem - partem, R (nach Halm) 
verum - perlem, und §3 wird diversi aus MR cdEuvas jetzt mit Recht überall m den Text 
»esetzt statt diveise in Dan. ABP etc. Endlich ist noch zu beachten, dafs am Schlufs dieses 
Kapitels §5 Muvas digito monstraret statt der sonstigen Lesart digito demonstraret aufweisen. 
Epam. 2 2 wird die Lesart yosse« der geringeren Handschriften gegenüber possU Dan. ABl 
jetzt allgemein als die richtige anerkannt, ebenso 3 4 caruä (dil?) Muvas gegen caruerU m 
Dan. AB etc.; 2 5 bieten allein die Ausgaben uvas die richtige La. ««o«rf stam, die Hand- 
schriften ,«0 adslans, c quo astam, 1 ,«od stans. 4 4 ist attuUmt dem Ind. «««fer-«<, vv.e .hn 
Dan. AP aufweisen, grammatisch unbedingt vorzuziehen, ebenso 7 3 .» Peloponnesum MRcdt 
uvas, wo AB etc. den blofsen Acc. bieten; auch Lupus Syntax § 38 (S. 60) erklärt sich für 

die Einsetzung der Präposition. 

Pd l 1 schreiben Dan. ABPRdtghik und die Ultr. wm satietati, tum igmrant,ae, die 
M-Klasse richtig am s.. tum i.; 1 4 läfst der Wegfall der Konjunktion que in alterimgue in M u v a 
den Gegensatz schärfer hervortreten. 3 1 haben PMR uvas und wahrscheinlich auch cdldasin 
ABf"hik hinter «s?.<e ausgelassene, aber notwendige eo, und im nächsten § wird sich niemand 
der Einsicht verschliefsen, dafs die in Dan. ABPt stehende La. occubmUi der in den andern 
HH. und Ausgaben accbanti mit Recht gewichen ist. Aus BRM cd E u v as stammt auch 3 1 
calamitati, A hat mit f calliditali. die andern haben caliditate, sloUditati. sloliditale. k calamtlale 
caliditate neben einander. Pel. 5 2 wird der Subjektswechsel in BMR c d E u v a s beseitigt durch 
die La. nunquam is animo placari potuit; auf dieses sonst fehlende is weist die La. nmuiuam se «. 
pl , in f.'hikl, sowie in cod. nionac. 433 hin; cod. angel. hat se, aber mit Punkten darunter. 
A"e« 2 1 wird die La. der sog. ersten Klasse exercitus mitterent in Asiam angefochten, weil 
der Plurarnicht recht verständlich ist, und daher von Cobet exercitnm mitterent, von Fleckeisen 
cum exercitu se mülerent geschrieben. Den Singularis exercö.-m weisen aber auf M v a s und 
wahrscheinlich c d; 2 5 ist der von Halm und Nipperdey in den Text gesetzte Inf. pass co«c,- 
liari die Lesart in cMHuvas; die anderweitige Überlieferung hat concilare , d aber als 
Korrektur couciUari. Aus der sog. 2. Handschriftenklasse stammt 3 2 imigniusque ornarentur 
Dan P und A in Korrektur hat insignihnsque. Eum. 3 4 bieten Monac. 433 Bfghikl und 
die Ultr. in summa imperii potirentur das richtige, die andern HH. und Ausgaben haben unerklär- 
licher Weise summam (Halm falsch summum); im folgenden § kann ich trotz Nipperdey Spic. S. o9 
(Opusc. S.67) nicht umhin, die La. in RM c d Ev a u s: Itaque hoc eius fuit pmdentissmum co»- 
silium und gegen desselben Gelehrten Ansicht am Schlufs des Kapitels die La. in MPR und der 
gesamten Überlieferung *(enor, trotz deteriore in ABu, für die richtige zu halten. M'» f^-«^ 
und Lambin ist ferner 4 1 zu lesen pugmlum für oppugnmm. Sinnlos ist 4 4 in Gif. ABF 
amplo munere extulil für «. funere e. der übrigen Überlieferung und 8 7 Item quod habehat omne. 



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25 



celat; M P u v a s Meten hier das allein richtige Her, die jetzige La. quo habeat heruiit auf einer 
Konjektur Mpperdeys. Eum. 2 1 beruhl die j(;tzt rezipierte La. quaeritur auf der durch 
qneritur P gcijtützten Überlieferung in xM u v a s und Korrektur in d, Bdfghik haben den hier 
nicht passenden Inf. descript. quaerere, A hat ein Kompendium, das möglicherweise auf quaerere 
hinweist; Eum. 9 4 verwerfen alle Herausgebernach dem Vorgange von Nipperdey die La. in AHP u 
ilemqne und setzen das idemqne der andern Klasse in den Text; Timol. 2 3 ist die La. <ler 
Liltr. und iM -Klasse qmin gestützt durch P und 1{ gegen qni. d. i. quomam in A und den 
übrigen Handschriften. 4 3 haben nur APiP maxime diis yralis agere atque habere, alle andern 
HH. und die Ausgaben maximas, wie auch Cic. Phil. 111 10, so dafs auch hier die Überlieferung 
der sogenannten zweiten Klasse als die bessere sich darstellt. 

Harn. 1 5 haben cdefMKuvas am Ende ceml Catnlm, ABghikl und cod. angel. 
lassen Catiilus weg; hier tritt nun ebenfalls für die erst genannten die Autoriliit (\o.ü Parcensis 
ein, der das Wort hat. Auch noch an einer andern Stelle dieser Vita schützt P die Lesart ia 
g h i kMH u va s und im cod. angel., nämlich 3 3 pervertit, was auch allein sinngemäfs ist, gegen 
praevertü der andern Überlieferung. Hann. 3 1 überliefern ganz sinnlos AB1»K oinnium. IJas 
richtige omni ist La. der andern HH. und der Ausgaben, imd 5 3 wird niemand mit A .»/. inimimm 
vel mimicum Rufnm schreiben, sondern mit HMIUi Euva M. Mimicium Rufum: zu bemerken 
ist, dafs b 1 A die richtige Namensform bietet. 7 7 wird von allen Herausgebern gegen AliPR 
cd und die ültrajectina mdkarunt für dicarunt aufgenommen, ebenso 10 5 praecipü nach HK 
cdeEus, aufserdem noch gestützt durch J*, während die übrige Überlieferung trotz convocat 
und coucnrrant das Perf. bietet. M v a brix. li)lgen hier A. 

Wir schliefsen hiermit unsere Untersuchungen. Wenn auch im einzelnen sich Wider- 
spruch erheben kann, so läfst sich doch im grofsen und ganzen nicht in Abrede stellen, dafs 
A allein nicht mehr mafsgebend für die Textgestaltung sein kann, auch nicht, 
wo Dan. oder Gif. dafür eintreten. Viele Stellen, die bisher durch gekünstelte Interpretation, 
um nur die Überlieferung zu halten, erklärt wurden, oder den Autor in bösen Leumund brachten, 
oder zu Verbesserungsvorschlägen Anlafs gaben, stehen nunmehr, von einer andern Seite aus 
betrachtet, in einem besseren Lichte da und lassen die Wichtigkeit der M-Klasse klar und deut- 
lich hervortreten, zumal die vielfach eintretende Autorität von P die Lesarten derselben vor dem 
Verdachte schützt, nur Emendationsversuche zu sein. 



III. Behandlung einzelner Stellen. 

Aus diesen Untersuchungen ergaben sich folgende Grundsätze für die Kritik des Textes: 

1) P ist unbedingt die wichtigste Handschrift; sie stellt die älteste 
nachweisbare Überlieferungsschicht dar. 

2) Die Ültrajectina kommt derselben am nächsten, näher als A. 

3) Zur Herstellung der richtigen La. ist neben ABU die M-Klasse als 
gleichberechtigt heranzuziehen; aber auch die anderen Handschriften 
und ersten Ausgaben sind zu berücksichtigen. 

Luisengymo. 1»88. 4 



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— 26 — 

Wir fügen noch hinzu: 

4) Schon der Archetypus, ebenso auch für sich die den einzelnen Rezen- 
sionen zu Grunde liegenden Handschriften haben Erweiterungen er- 
fahren, indem Randbemerkungen, und zwar nicht blofs Erklärungen, 
sondern auch Inhaltsangaben und andere Rezensionen in den Text 
eindrangen. 
Üafs Erklärungen in den Text drangen, ist auch bei anderen Schriftstellern oft ge- 
nug beobachtet worden und für Nepos genügt ein Bhck in die Ausgaben, um diese That- 
sache mit Beweisen zu belegen. Für das Eindringen der Lesart einer anderen Rezension haben 
wir oben mehrere Beispiele gefunden; für die Behauptung endlich, dafs auch Inhaltsangaben 
den Text erweitert haben, werden sich im folgenden Beweise linden, wobei eine Stelle die 
andere stützt. 

Auf Gnmd unserer Untersuchungen behandeln wir nunmehr einige Stellen. 
Ale. 7 3 bieten cfghßiMRva brix. iunt. itaque huk maxime imputamm malo causam 
fuisse nimiam opinionem mgenii atqne virtutis; Dan. APu lassen causam weg, die Lltr. schreibt 
richtig pulamns. Dieses causam bietet in der That, selbst wenn wir imputamus beibehalten und 
das im l'arc. fehlende fuisse nicht als durch die Schuld des überaus lässigen Schreibers ausgefallen, 
sondern schon im Archetypus fehlend annehmen sollten, keinen Sinn, es fehlt auch nichts, 
so dafs die Annahme einer Korruplel ausgeschlossen ist, und daher haben es die Herausgeber 
gar nicht aufgenommen. Aber einen Grund mufs doch dieses causam haben, und diesen sehen 
wir darin, dafs die an den Rand geschriebene Notiz zur Angabe des Inhalts: causa in den 
Text gedrungen und mit in die Konstruktion hineingezogen worden ist. 

Ale. 10 2 sehreibt v, die Ed. princ: His Lacou rebus commotus statuit accuralius sihi oyendum 
cum Pharnabazo societatem. Hnic ergo renuntiat : quae regi cum Lacedaemonns essent, irrila futura, 
msi Älcibiadem vivnm aut morluum Iradidisset, stare non posse. So ist bis tradidisset die La. in 
M, in der Ullr.. die vor Lacedaemonns die l'räpos. wegläfst, in a, der Brix. und Junt., ebenso in 
h i k 1 , wahrscheinlich auch in e d; die Worte stare non posse fehlen überall, es haben sie nur M v a 
brix. iunt. Lambin schreibt daher, um die Überlieferung vollständig zu halten, wie auch Bükler in 
den Text setzt: . . agendum cum Pharnabazo. Huk ergo renunciat, societatem, quae regi cum Lacedaemoniis 
esset, Stare non posse foederaque irrila futura, nisi Älcibiadem vivum aut mortuum tradidisset. Auf den 
ersten Blick sehen wir aber, dafs in der Ed. princ. stare non posse dasselbe bedeutet wie irrita fulura, 
dafs das am Ende des ersten Satzes stehen«le societatem den Inhalt von quae regi cum Lac. essent 
wiedergiebt, wir haben es hier also entweder mit einer zweiten Rezension zu thun, die etwa lautete 
societatem stare non posse und di« dann zertrümmert in den Text geraten ist, oder societatem ist 
eine Randbemerkung wie causam an der vorherbehandelten Stelle und stare tion posse sind eine 
Erklärung zu irrila fulura. Wir verwerfen (hher societatem, sowie alle Konjekturen, die sich an den 

Halm sehen Text: hm'c ergo renunciat, quae regi cum Lacedaemonns essent, nisi tradidisset an- 

schHefsen imd sehreiben, wie auch Ortmann die Stelle herstellt und wie sie wörtlich in der Ed. 
oxon. und in den Anm. der Böklersehen Ausgabe steht, der dazu bemerkt: Ita libri. Cetera 
addita sunt: 

His rebus Laco commotus statuit accuratius sibi agendum cum Pharnabazo. 



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— 27 — 

Hute ergo renunciat (meldet amtlich), quae regi cum Lacedaemoniis essent, irrita fu- 
lura, nisi Älcibiadem vivum aut morluum tradidisset. 

Chabrias 3 3 Est enim hoc commune Vitium [in] magnis liberisque cioilalibus, ut invidia 
gloriae comes sit et libenter de iis delrahant, quos eminere videant altius 7ieque aequo animo pau- 
peres alienam [opulentium] intueantur fortunam. So Halm. Diese Stelle hat verschiedene Emen- 
dalionsversuche erfahren; Nipperdey behält opulentium bei, Eufsner, dem wir uns in unsern 
Ausgaben bis jetzt angeschlossen hatten, schreibt alienam opulentiam intueantur fortunamque, 
Gitlbauer alienam opulentiam intueantur forlunarum, Pluygers, und mit ihm Cobet, Weidner, Fleck- 
eisen, läfst fortunam weg, Andresen streicht mit Halm nach dem Vorschlage Scheffers opulentium, 
in dem auch wir ein Glossem erblicken müssen, und zwar auf dieselbe Weise in den Text gedrungen, 
wie an der vorher behandelten Stelle causam und namentlich, wenn auch in sofern anders, als 
das zu erklärende Wort dadurch ganz verdrängt ist, Pel. 3 2 exulum hinler profectione, wo nur 
P eorum bietet und Dan. zwar im Text, aber über der Zeile al. exulum. — Diese Stelle giebt 
aber noch zu andern Erwägungen Anlafs. Die allein richtige La. invidia gloriae hat nur RMu vas 
brix. iunt., Dan. AB und glle andern Handschriften haben invidiae gloria, d (Vossianus A)invidiae gloriae, 
über der Zeile invidia. Ferner schreiben monac. 433 M v a brix. iunt. detrahunt, mit Punkt vor 
et libenter, dieselben mit BRdik, der Ultr. und Ed. savar. intuentur, Dan. AP intuuntur. 

Wie nun der im Jahre 1450 geschriebene Vossianus A das Vorhandensein der doppelten 
La. invidiae und invidia bezeugt und zusammen mit dem Ende des 13. Jahrh. geschriebenen 
cod. R die La. in M etc. vor der Annahme späterer Emendation schützt, so stellen beide es auch 
aufser Zweifel, dafs der Ind. die richtige La. sei, mit den Ausgaben also vor et ein Punkt zu 
setzen sei; et fügt dann wie Iph. 1 4, Milt. 3 4, Them. 4 2, Eum. 3 6 und 4 3, Epam. 5 2 einen 
das Vorhergehende näher bestimmenden oder ausführenden Zusatz ein. Im nächsten §, 
wo Halm ^Mowj ei licebat schreibt, haben M u v a sbrix. junt. quoadeilic, B wie fast alle andern im' 
Texte unsinnig quo, aber über der Zeile ad, also ist auch hier die La. der ültr. und derM-klasse 
die allein richtige, wie gleich darauf recessissent in cdMRuvas gegen recesserint-, -rit, -rant in 
Dan. ABP. Das davorstehende afuturos ist eine Konjektur Fleckeisens und La. der Brix., die Jun- 
tina hat affuluros, die IJItr. abfuturos, alle andern HH. und Ausgaben bieten futnros, das nur mit 
Hilfe gewagter Mittel zumal neben aberat einige Herausgeber im Texte behalten. Da ferner die La. 
der ültr. durchweg, die der M-Klasse fast immer die richtige ist, so tragen wir auch nicht das mindeste 
Bedenken, §3 milBMRcd, den edd. princ, argor.. savar., brix. und iunt. und der Randbem. in 
der ültr. emergere für eminere in den Text zu setzen, vgl. Att. 11 1. Ebenso streichen wir de in 
libenter de iis detrahunt mit der ültr., die hier allein, Timol. 5 3 aber mit Mva brix. iunt. den 
Dat. hat, und halten den Konj. putarenl, den die Ultr. für putabant in dem Kausalsatz bietet, für 
durchaus berechtigt, vgl. Lupus Sprachgebr. S. 154, nach Analogie von Epam. 7 1 quod . . . duceret 
und Tim. 5 2 quod . . . diceret und dem lat. Sprachgebrauch überhaupt entsprechend. Wir geben 
daher die ganze Stelle jetzt so: 

Est enim hoc commune Vitium in magnis liberisque civil atibus, ut invidia 
gloriae comes sit. Et libenter iis detrahunt, quos emergere videant altius, neque 
aequo animo pauperes alienam intuentur fortunam. Itaque Chabrias, quoad 
ei licebat, plurimum aberat. Neque vero solus ille aberat Alhenis libenter, sed 

4* 



— '2S — 

omnes fere principes fecernnt idem, quod tantum se ab invidia pntarent afutu- 
ros, qnantnm a conspectn snornm recessissent. 

Tiiuuth. 3 4... iiisi a Timotheo et Iphicrate desertus esset. 5. Populus acer, snspkax oh eamque 
rem mobilis, adiersarius, mvidns [etiam potentiae in crimen vocahantur] domnm revocat: accusantur 
proditionis. So Halm: Fleckeisen ändert nach Andiesen nur an einer Stelle, ulenim potentia i. c 
rocabatur als Parenthese auflassend), 3iadvig Adv. crit. III 205f. ...ob eamque rem nobilibus adver- 
sarins, invidus etiam potentiae eorum qni in crimen vocahantur, d. /•., Meiser .\JJ. 22, S. 490 ob e. r. 
mobilis ladveisarins invidus etiam poteniiam in ins vocarat), Cobet: . . . invidus, etiam opulentia in 
crimen vocabatnr, d. /•.; Cornelissen schreibt mobilis ac versnhilis. Wir haben al.o eine viel 
behandelte Stelle vor uns, man kann mit etiam potentiae in crimen vocabantur nichts anlangen. 
In der ed. Longolii wie bei Lambin, desgl. in der OAfurder Ausgabe und bei ßökler lautet a'ber 
%ö: Ob eam rem in crimen vocabantur. Populus acer, suspicax, mobilis, invidus etiam po- 
tentiae, domum revocat: accusantur proditionis. unsere Meinung ist demnach, dals die Worte 
ob eam rem in crimen vocabantur ein blossen, sind, eine ursprüngliche Randbemerkung, die wie 
Ale. 10 2 an verschiedenen Stellen in den Text geraten ist, und lesen daher wie Lambin, aber 
unter Weglassung des Satzes Ob e. r. . . vocabantur: 

. .. nisi a Timotheo et Iphicrate desertus esset. 5. Populus acer, suspicax, 
adversarius, invidus etiam potentiae, domum revocat: accusantur proditionis. 

Eine ähnliche Texteserweiterung hat stattgefunden Dat. 8 5 pacem amicitiamque hortatus 
est, ut c^m rege in yratiam rediret. Den Acc. pacem am. hat man durch Einschiebimg von tran- 
sitiven Verben zu stützen versucht, so Ortmann simulans, Andresen memorans, Fleckeisen pristinam 
memorans. Kolisch ad p. am., wie Aldus und Lambin. oder durch Umstellung, so Cobet et pacem 
amicitiamque coniungeret; Gitlbaut'r iälst amicitiamque weg und schreibt pacem iniecit Datamen- 
que hortatus est. Keine dieser Lösungen befriedigt. Fassen wir aber pacem amicitiamque 
wie Ale. 7 3 causam. 10 2 societatem, Chabr. 3 3 opulentium, [\l 3 2 exulum als nähere Erklärung 
auf, resp. Umschreibung des Salzes ut cum rege in gratiam rediret, worauf quam im folg. zurück- 
weist, und streichen diese Worte, so erhalten wir eine glatte Lesart und vermissen nichts. 

Epam. 7 I. Cum .. . noluissent duxque esset delectus belli imperitus. cuius errore eo esset 
deducta illa multitudo militum ut etc. So lautet die La. in Dan. P; im Leid, steht iUa militum multi- 
tudo; A hat illa muUtum, worin Gitibauer die Spuren eines Wortes wie militia zu erkennen glaubte 
wahrend unseres Erachtens darin weiter nichts zu suchen ist, als eine Zusannnenschreibung aus' 
multuudo mililum, wie sie in diesem von Schreibfehlern auch sonst sehr entstellten Kodex, z. B. 
Uhabr. 2 3 artaxe f. Artaxerxe, i»hoc. 3 4 consilmi/i f. consilii, Eum. 1 4 eugebat f. fulgebat, 
nicht auffällt. BHM und die gesamte andere Überlieferung aber schreiben res illa mililum, die 
Ullr. und Ed. Oxon. 1697 nur res militum; die Abweichung geht also schon sehr weit zurück. 
Die La. nun in Dan. Leid. A P leulet an Breite, überdies bedeutet deducere als technischer Ausdruck 
von Soldaten „abziehen lassen", die Einstimmigkeit der andern Klasse mufs aber stutzig machen 
der Ausdruck res eo deducitur ist gut lateinisch, und so glauben wir, der Satz habe ursprünglich 
gelautet: cuius errore eo esset deducta res ut etc. Zur näheren Erklärung wurde dann an den 
Rand geschrieben illa militum resp. illa multitudo militum, und dies kam dann in den Text, zum 
Teil unter Verdrängung des Ursprünglichen. 



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*"! •''«f "-^ .«'«'^-' ^'"" n»«h andere, mehr oder «eniger verdorbene S.ellen ^u behan- 
de .., auf d.e naher einzugehen wir uns hier versagen müssen. Nur soviel wollen wir erwähnen 

tute, und Pau 3 1 sed dement., ,„ emer Stelle, von der Andresen sehr richtig bemerk,: nihil 
h verb.s msulsms, und wo colUäa des Parc, woraus Fleckeisen auf ,olMa seh ofs, ein Seh 
dessen Zula^.gke.t durch ^wei ähnliche Fehler in P. Pel. 3 3 occnia., und Timol. , 3 ac~ 
nnd ferner Pel. 3 1 durch denselben Fehler in anderen HH.. nämlich .oUäUate fOr 1:^771 
Ukchecabätaie, zurückgewiesen wird, keine Berücksichtigung verdient, und fügen zum Schlufs „och 
eme Besprechung zweier bekannten Stellen hinzu. 

^7- " \«' ''' '«««'«'■«""■ >^cto weist das sonst in der Latinität nicht vorkommende demi 
auf. Der Herausgeber der Ultr. bemerkt am Rande: deuti pro ahuti, Lambin setzt meretur ein, 
N.pperdey Sp.c 1 5 11 (Opusc. S. 180) schlägt vor uleretur devicto. worin ihm bis jetzt aufse 
Fleckeisen noch kein Herausgeber gefolgt ist. Dies mit Unrecht. N. stützt seinen Vot^chlag auf da« 
einzige Beispiel der Vertauschung der Endsilben in Han. 5 2, wo das in den HH. -ebotene 
oheauvm mk Nauck in obiecto visu zu verbes.sern ist. Als zweiten Fall können wir aber hinzu- 
fugen Chabr. 3 3 invidiae gloria Dan. AB für invidia gloriae, als Beispiel ferner für die falsche 
Setzung einer Pn1,,os. Ale. 7 3 imputamus der gesamten Überlieferung für das richtige pmamm 
m der UUr., als Beispiel endlich für die Verrückung einer Präpos. auf das daneben stehende 
Verbum Eum^ 2 4 praeoaupare praedestinavil, wo ebenfalls nur die Ultr. das richtige destinavi, 
hat. Diese Beispiele, aus den HH. selbst entnommen, werden wohl genügen, um nun endlich 
einmal das unlateiniscl«, deuti zu beseitigen und dem Nipperdeyschen Vorschlage zu seinem Rechte 
zu verhelfen. 

Harn. 1 4 donicum mit virtute vicissenl mit victi mmm dedisseM enthalten die beiden Glieder 
keinen rechten Gegensatz, die Erklärung Nipperdeys und Jancovius', es bezöge sich der Aus- 
druck virtm vicissent darauf, dafs die Karthager nicht durch die Tapferkeit der Römer sondern 
infolge der schlechten Fuhrung am Anfang des Krieges besiegt worden seien, findet ke'inen An- 
klang; daher ist verschieden emendiert worden. Bergk schreibt rite, Obslbelder und Andresen Herum 
Ortmann ultimo cenamim, alles Versuche, die Überlieferung in Dan. und P zu benutzen. Denn nur 
diese beiden haben virlute, A hat utrte, und so steht auch im Texte von Roth, hin-e.'en .1 e . h 
und mon. 433 am M eerte, ebenso B, aber mit Punkten unter ut, c läfst aul weg. RM i k I co.l an- 
die Ultr. und überhaupt sämtliche Ausgaben haben aut certe. Die La. A Mrte ist neutral sie kann 
ebenso gut aufzulösen sein in virtute wie in w certe, zumal wenn die Angabe Roths in den 
Anm. nt rte die richtigere ist; certe «incere aber giebt einen sehr guten Sinn, mag man als Subjekt die 
Romer «der Karthager auffassen, u und die M-Klasse treten dafür ein. A ist nicht dagegen wir 
können also certe in den Text setzen st. virtute. Wie ist es nun aber mit m in der erwähnten 
Überlieferung? Auf den richtigen Weg bringt die Überlieferung Kann. 3 2 Sagunlum . vi 
expugmvit. S« lesen ARMuvas brix. iunt., sicherlich auch P, aber cdeghiki und cod. an- 
«t expugmvit, B desgl., jedoch mit Punkten unter ut, f hat am Rande al. vi. Wir Hauben 
nun mit vollem Recht schliefsen zu dürfen, dafs, wie in der Stelle Hann. 3 2 das ganz allein 
richtige vt ,n einigen HH. durch «( verdrängt worden, es auch Ham. 1 i der Fall .^ewesen ist 
zumal es sich fast genau um dieselben HH. handelt und B beidemal das punktierte «« aufweist' 



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und lesen daher doHtcum (resp. donec) aut vi certe vidssent, mit victi manus (resp. manum) de- 
dissent; Subjekt sind dann die Karthager, an die Hamilkar doch wohl sicherlich zuerst gedacht hat, 
vi würde dann bedeuten „durch Aufbieten aller Macht", und wir können dabei, zumal neben 
manns resp. manum dare, an einen von der Fecliterschule hergenoninieneii Ausdruck denken, wie 
sie Cicero ja so oft, Nepos z. B. Them. 5 1 gradu depellere, Dal. 5 2 mvidmm exdpere aufweist, 
zu denen wir mit andern Herausgebern noch als die richtige La. der Ultrajectina Dion 1 4 tegehat 
„«leckte'" gesellen, vergl. Sali. Jug. 85 31 Ulis artificio opus est, nt tnrpia facta oratione tegant und 
Quintilian X 3 25 ideoque lumbrantes silentium noctis et clansnm cuhiculum et lumen iinum velut 
tectos maxime teneat nebst den Bemerkungen von Ferd. Becher im Piniol. XLII[ S. 203 f. und 
P. Hirt in den Jahresberichten des Berliner philol. Vereins 1888 S. 57. 



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